Elisabeth Büchle

Sehnsucht nach der fernen Heimat

Elisa Steiger kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, ihre geliebte Heimat jemals zu verlassen. Seit ihre deutschen Vorfahren im Jahr 1815 in die russische Provinz Bessarabien ausgewandert sind, fühlt sich ihre Familie dort ganz zu Hause.

Doch die politischen Entwicklungen und der Kriegsbeginn 1939 lassen ihr schließlich keine Wahl. Sie muss gemeinsam mit ihrer Familie Bessarabien verlassen. Es folgen weitere Schicksalsschläge und Elisa steht vor Herausforderungen, denen sie sich kaum gewachsen fühlt. Vor allem aber glaubt sie, ihre heimliche Liebe, den jungen Arzt Samuel Bader, für immer verloren zu haben ...


Leseprobe



Pressestimmen:


(Christian Döring für Sound7.de)

Elisabeth Büchle hat gründlich recherchiert. Feinfühlig erzählt sie in ihrem Roman die Geschichte zweier bessarabischer Familien.

Der Autorin ist es gelungen, mit ihrem Buch nicht in einer Kitschschublade zu landen. Sie beleuchtet Themen wie Heimat und Glaube aus verschiedenen Blickwinkeln. Ein Buch, das zeigt, wie wichtig es ist, sich mit solch angeblich altmodischen Themen auseinanderzusetzen.


(efgsiegen-geiswald.de)

„Die Autorin beschreibt sehr authentisch und doch nicht reißerisch, was Flüchtlinge in diesen schweren Zeiten ertragen mussten. Sie schildert Geschehnisse auf dem langen Weg durch das heutige Polen bis nach Berlin. Die Russen mittlerweile so nah, dass man die Gewehrsalven hören konnte. Es war für mich unfassbar, welche Tragödien sich dort manchmal abgespielt haben. Und ich habe diese Menschen bewundert. Und nicht selten kamen mir aber auch die Tränen, wenn ich an das Leid und die Verletzungen dachte, die Millionen von Menschen ertragen mussten.


Ich kann das Buch all denen empfehlen, die mehr über Widerstand, Flucht und Vertreibung und den tiefen Glauben der Menschen um Elisa Steiger erfahren wollen. Ein Buch, das mit Tiefgang seine Leser in eine andere Zeit entführt.“


Pressestimmen/Interviews

www.bibeltv.de/12/Lesen_mit_Henning_Roehl_und_Ralf_Markmeier_Folge_1_2313.html



Ein Roman über Geschichte, Glaube und Heimat.

Von Christian Döring 24.09.2008



Ist Heimat der Ort an dem du lebst? Oder der Ort an dem du geboren wurdest?

Ein schlauer Mensch hat einmal gesagt: Den Begriff Heimat lernst du erst zu definieren, wenn du sie verloren hast.

Elisabeth Büchle begleitet in ihrem Roman 9000 Württemberger, die 1812 ihre Heimat freiwillig verließen, um sich in Bessarabien am schwarzen Meer eine neue Heimat aufzubauen. Der russische Zar Alexander I. hatte sie eingeladen, ihnen Land geschenkt und Religionsfreiheit versprochen. Die Autorin beschreibt, wie sich die Bessaraber aus diesem Land, mit dem fruchtbaren Boden und den herrlichen Weinbergen, eine neue Heimat schufen.

Gestört wird der Friede und die neue Heimat bedroht, als im fernen Berlin Hitler an die Macht kommt. »Wird es Krieg geben?« fragen sich die Bessaraber.

Elisabeth Büchle hat gründlich recherchiert. Feinfühlig erzählt sie in ihrem Roman die Geschichte zweier bessarabischer Familien. Sie müssen miterleben, wie durch die Politik der Deutschen ihre Heimat zerstört wird. Hitler beschließt die Bessaraber »heim in’s Reich« zu holen. Mit dieser Aktion beginnt die leidvolle Vertreibung dieser deutschen Volksgruppe aus ihrer Heimat. Ihr Ziel ist ihre ursprüngliche Heimat, Deutschland. Ein Land, das die in Bessarabien geborenen Menschen nie zuvor gesehen hatten. Heimatlos fühlten sie sich nun. In ihrem Herzen hatten sie einen tiefen Gottesglauben, der gab ihnen Halt - auch etwas wie Heimat.

In diesem Buch geht es um Heimat, Glaube, Geschichte und auch Liebe. Es geht um die Freundschaft von vier Mädchen, die sich bewusst sind, dass eine Zeit der Trennung vor ihnen liegt. Als gegenseitige Stärkung versprechen sie sich, jeden Abend aneinander zu denken und für die anderen zu beten.

Der Autorin ist es gelungen, mit ihrem Buch nicht in einer Kitschschublade zu landen. Sie beleuchtet Themen wie Heimat und Glaube aus verschiedenen Blickwinkeln. Ein Buch, das zeigt, wie wichtig es ist, sich mit solch angeblich altmodischen Themen auseinanderzusetzen.

Diese Geschichte führt uns bis in das Jahr 1995. Elisa, eines der Mädchen, fährt von Deutschland aus, noch einmal nach Bessarabien, um ihre alte Heimat zu besuchen....

Verlag: Gerth Medien, gebunden, 416 Seiten
ISBN: 978-3-86591-335-7
Preis: 17,95 Euro

Wertung: 95%


91 - 100 Jahrhundertwerk: Jetzt schon ein Klassiker!



Elisabeth Büchle
Sehnsucht nach der fernen Heimat


Bisher kannte ich Bessarabien und die Geschehnisse von den Vertriebenen nur vom Hörensagen und nur sehr vage. Doch jetzt habe ich ein neues Buch von Elisabeth Büchle gelesen. Wenn man den Titel "Sehnsucht nach der fernen Heimat" liest, hört es sich zuerst zwar an wie ein "Inga-Lindström-Film" am Sonntagabend. Doch ich habe mich getäuscht. Schon auf den ersten Seiten erfahre ich, dass es sich bei diesem Roman um wahre Begebenheiten handelt, die nur in Romanform aufgeschrieben wurden.

Ich erfuhr, warum die vielen Schwaben im vorletzten Jahrhundert nach Bessarabien gegangen sind. Dort war für sie ein Land, in dem Milch und Honig fließt. Soviel zu den Vorfahren. Nach dieser Einleitung gibt es einen Zeitsprung in die dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts und zwar mitten in die Planungen der Nazis, die ehemals Deutschen wieder heim ins Reich zu holen. Elisabeth Büchle versteht es ganz ausgezeichnet darzustellen, wie sich die Menschen, die ihre Heimat verlassen sollten gefühlt haben müssen. In welchen Zwangslagen sie steckten, weshalb sie sich Gefühle meistens nicht leisten konnten und welche Demütigungen sie aushalten mussten.

Die Hauptpersonen sind Elisa Steiger und der Arzt Samuel Bader, die sich zwar von Kindheit an kennen, aber doch viele Umwege gehen und vielen Widrigkeiten trotzen müssen, um sich hin und wieder zu sehen. Während Elisa zunächst auf dem heimischen Hof in Bessarabien bleibt und ihre Familie unterstützt, muss der junge Arzt in Berlin bis zur Erschöpfung Verletzte behandeln. Und weil er heimlich die jüdischen Verletzten, die keine Ärzte mehr aufsuchen dürfen, behandelt, bringt er sich darüber hinaus noch in höchste Gefahr. So bleibt es bis zum Schluss spannend, ob die Nazis es schafften, allen voran Georg, der es auf Elisa abgesehen hat, die beiden auseinander zu bringen.

Die Autorin beschreibt sehr authentisch und doch nicht reißerisch, was Flüchtlinge in diesen schweren Zeiten ertragen mussten. Sie schildert Geschehnisse auf dem langen Weg durch das heutige Polen bis nach Berlin. Die Russen mittlerweile so nah, dass man die Gewehrsalven hören konnte. Es war für mich unfassbar, welche Tragödien sich dort manchmal abgespielt haben. Und ich habe diese Menschen bewundert. Und nicht selten kamen mir aber auch die Tränen, wenn ich an das Leid und die Verletzungen dachte, die Millionen von Menschen ertragen mussten.

Diesmal kann ich zwar nicht unbedingt viel Spaß beim Lesen wünschen, aber ich kann das Buch all denen empfehlen, die mehr über Widerstand, Flucht und Vertreibung und den tiefen Glauben der Menschen um Elisa Steiger erfahren wollen. Ein Buch, das mit Tiefgang seine Leser in eine andere Zeit entführt.

Bettina Neumann für efgsiegen-geisweid.de





5.0 von 5 Sternen Schöööön, 10. August 2009
Von bookkiller (Dinslaken)
Um 1845 lockt der russische Zar Menschen aus Deutschland, sich in Bessarabien anzusiedeln. Und einige Familien aus Baden-Württemberg folgen diesem Ruf, bebauen das fruchtbare Land und gelangen zu einem bescheidenen, aber zufriedenen Wohlstand. Diese Geschichte erzählt von den Nachkommen dieser Siedler, insbesondere von der jungen Elisa. Der zweite Weltkrieg steht vor der Tür, die Russen wollen dieses Land zurück und die Deutschen werden vertrieben. Zunächst in polnische Ländereien. Aber auch da müssen sie, wie uns die Geschichte lehrt, irgendwann abermals fliehen. Zugegeben, es ist eine Schmonzette. Aber eine sehr schöne. Geschichtlich einwandfrei wiedergegeben. Frau hat schon viel über diese Zeit gelesen. Dies war einfach eine herzerwärmende, anrührende Erzählung über diese junge Frau, die es geschafft hat, nicht nur ihre eigenen Geschwister, sondern auch noch einige Findelkinder und andere Waisen in den schlimmsten Endwirren des Krieges aus den russisch besetzten Gebieten nach Deutschland zu bringen. Es sind einige Tränchen bei mir geflossen, und das will schon was heißen.


5.0 von 5 Sternen Unüberwindbares meistern und zu Wachstum und Reife gelangen, 9. Juni 2011

Von E. Kornelsen für amazon

Sehnsucht nach der fernen Heimat: Roman (Gebundene Ausgabe)

Ich war sehr erstaunt, wie schnell ich das Buch durch hatte und etwas
enttäuscht, das ich es gerne länger gelesen hätte :-).

Es war erstmal ungewohnt eine soo schüchterne Elisa als Hauptperson zu
haben, da man von der Autorin eher temperamentvollere Frauenfiguren gewohnt ist, aber ich finde, sie hat sich prima entwickelt.
Obwohl sie am Anfang sehr schüchtern ist, hat sie doch viel Verantwortung auf
sich genommen. An einer Stelle, muss sie ganz allein die Entscheidung treffen, ob sie schon vor den Sowjets flüchten oder noch warten soll. Die Beschreibung dieser Situation finde ich besonders gut gelungen, weil da ihrer innerer
Kampf gut beschrieben wird: einerseits ist da noch die ängstliche Elisa,
andererseits aber auch schon die verantwortungsvolle Frau, zu der sie heran
reift.
Ein Buch, das zum Nachdenken anregt und mir bildlich und spannend vor Augen malt, was die Generation meiner Großeltern durchlebt hat. Sie mussten viele Wagnisse eingehen und Hindernisse überwinden. Aber wie das Beispiel von Elisa zeigt, sind sie dadurch oft stark geworden und haben scheinbar Unüberwindbares meistern können. Und wie mir auch das Beispiel meiner Großeltern zeigt, haben sie sich Lebenswillen, Liebe und Humor dennoch erhalten können.

Es ist ein Buch, das ich auf jeden Fall nochmal lesen möchte!!





Trossinger Zeitung/Schwäbische Zeitung vom 23.10.2008

Neues von Bestseller-Autorin Elisabeth Büchle – Sehnsucht nach der fernen Heimat

Von Ingrid Kohler

Trossingen.  Anfang 2006 ist ihr erster Roman erschienen, seither zählt sie zu einer der beliebtesten Romanautorinnen. Mit  „Sehnsucht nach der Fernen Heimat“, ist  im Gerth-Verlag  vor wenigen Wochen der vierte Roman erschienen. Die Mutter von fünf Kindern schreibt im Eiltempo weiter.

Dass ihre Schnellschreiberei aber absolut nichts mit „Oberflächlichkeit“ zu tun hat, beweist die Autorin historischer Roman mit ihren sehr guten geschichtlichen Recherchen. Der neue Roman spielt um 1939 teilweise in der russischen Provinz Bessarabien. Ihr Schwiegervater sei im damaligen Bessarabien geboren worden, erklärt Büchle „er erlebte 1945 die Flucht vor der Roten Armee“, diese Erlebnisse hätten sein Leben geprägt und er habe viel davon erzählt. „doch eigentlich war es mein Mann, der mich bestärkte, über die Geschichte seiner Vaters zu schreiben – aber wie immer mit fiktiven Personen, Recherchen und Fantasie meinerseits“, erklärt die Schreiberin, für die „Geschichte seit der ersten Geschichtsstunde weitaus mehr als nur Fakten und Zahlen war, denn ich sah hinter historischen Begebenheiten immer die Personen mit einem Umfeld und dieses hatte Gesichter, Namen, Familie“.

Wie man als Mutter von fünf Kinder genügend Zeit für Inspiration, Recherche und Schreiberei findet, erklärt Elisabeth Büchle so: „Die Ideen kommen oft in Aktion, sei es beim Wäscheaufhängen oder beim Schmutzwäsche sortieren in der dunkeln kalten Waschküche – das sind heiße Inspirationsquellen“. Etwas sehen, hören oder lesen oder die Erzählungen ihrer Kinder und schon geht es im Kopf von Elisabeth Büchle rund. „Aus einem kleinen Eindruck werden Bilder, die sich aneinander reihen und zu einer Geschichte werden“. Manchmal seien erst die Personen präsent, ein anderes Mal der grobe Zeitrahmen „sehr oft eine eher nebensächliche Handlung“. Die Charaktere und Eigenheiten der Romanfiguren lege sie am Anfang fest, wie die temperamentvolle Teresa oder die sehr wortgewandte für ihre Zeit zu freche Joanna. „Es macht Spaß, den erdachten Figuren Leben einzuhauchen“ schwärmt Elisabeth Büchle, deren Mann Christoph sie mit „Freizeit zum Schreiben“ unterstützt, denn „der Haushalt konkurriert natürlich stark mit dem Schreiben“. Doch als Mutter von fünf Kindern kann sich Elisabeth Büchle nichts Besseres vorstellen, als zu Hause zu arbeiten bei freier Zeiteinteilung. Und schmunzelnd verrät die Autorin „ein Manuskript ist bereits wieder beim Verlag – eine Geschichte, die vor knapp 100 Jahren in Freiburg beginnt“. Die Recherchen für einen weiteren Roman laufen gerade, ein Kinderbuch ist ebenfalls beim Verlag und an einem Jugendbuch in Bearbeitung.

Bereits vor einem Jahr sind die Kinder mit einer gemeinsam geschriebenen Geschichte im Buch „Kerzenschein und Plätzchenduft“ in die Fußstapfen ihrer erfolgreichen Mutter getreten. „Spende für Afrika“ heißt die zweite Geschichte von Michal, Natalie und Marika Büchle (8, 11 und 13 Jahre) im soeben beim Gerth-Verlag  erschienen Vorlesebuch für die Advents- und Weihnachtszeit mit dem Titel „Sternenglanz und Tannenduft“, zwei weitere Geschichten sind -  wie könnte es anders sein - Mutter Elisabeth geschrieben.

 

Die Handlung im neuen Büchle-Roman „Sehnsucht nach der fernen Heimat“ beginnt in der russischen Provinz Bessarabien (prominentester Vertreter der Bessarabiendeutschen ist Bundespräsident Horst Köhler, dessen Eltern bis zur Umsiedlung 1940 in der deutschen Kolonie Ryschkanowka in Nordbessarabien lebten). Elisa Steiger kann sich beim besten Willen nicht vorstellen, ihre geliebte Heimat jemals zu verlassen. Seit ihre deutschen Vorfahren im Jahr 1815 in die russische Provinz Bessarabien ausgewandert sind, fühlt sich ihre Familie dort ganz zu Hause. Doch die politischen Entwicklungen und der Kriegsbeginn 1939 lassen ihr schließlich keine Wahl. Sie muss gemeinsam mit ihrer Familie Bessarabien verlassen. Es folgen weitere Schicksalsschläge und Elisa steht vor Herausforderungen, denen sie sich kaum gewachsen fühlt. Vor allem aber glaubt sie, ihre heimliche Liebe, den jungen Arzt Samuel Bader, für immer verloren zu haben ....

In einer Lesung in der Stadtbücherei Trossingen stellt Elisabeth Büchle ihren neuen Roman vor. Beginn Donnerstag, 23. Oktober, 20 Uhr.

 

Bildtext: Elisabeth Büchle mit ihrer vierten Neuerscheinung „Sehnsucht nach der fernen Heimat“; der vierjährige Sohn Silas präsentiert voller Stolz das neue Advents- und Weihnachtsbuch mit Geschichten seiner Mama und seinen älteren  Schwestern.

 

 SZON vom 25.10.2008

Flötenmusik umrahmt das Literarische Frühstück

Von Ingrid Kohler

 

Trossingen. Die Stadtbücherei Trossingen hat sich auch in diesem Jahr am landesweiten Literatur-Lese-Fest in Baden Württemberg mit einigen Veranstaltungen beteiligt. Die Trossinger Bestseller-Autorin Elisabeth Büchle hat aus ihrem neuesten Werk „Sehnsucht nach der Fernen Heimat“ gelesen.

Bereits zur Autorenlesung am Donnerstagabend  waren rund 15 interessierte Zuhörer gekommen. Am Freitagmorgen war die Autorin für den erkrankten Kunsthistoriker und Autor Egon Rieble aus Rottweil eingesprungen zum „Literarischen Frühstück“ im Rahmen des Tages der Bibliotheken. Ingrid Bauser, Leiterin der Stadtbücherei begrüßte im Werbe-T-Shirt „ Deutschland liest: Treffpunkt Bibliotheken“ zu dieser erstmalig in Trossingen stattfindenden Frühstücksrunde rund 15 meist weibliche Zuhörer. Das Blockflötenquintett der evangelischen Kirchengemeinde Trossingen unter Leitung von Rosemarie Eix sorgte für ein stimmiges passenden Ambiente.

 

Elisabeth Büchle gab als Einführung einen geschichtlichen Hintergrund über das Schicksal der Menschen in Bessarabien, Handlungsort ihres neuesten Romans. „Den Hauptgrund, warum ich über Bessarabien geschrieben habe, sitzt vor mir“, erklärte die Autorin mit Blick auf ihren Schwiegervater Friedrich Büchle, der im damaligen Bessarabien geboren wurde und die Flucht vor der Roten Armee 1945 erlebte. Sein Leben war geprägt von diesen Ereignissen, und so war Friedrich Büchle nach der Lesung der kompetente Ansprechpartner, der die aufgeworfenen Fragen der Zuhörer gerne beantwortete.

Der Sitzungssaal im Trossinger Rathaus lieferte den absolut passenden Rahmen für diese Lesung, denn kein anderer als Bundespräsident Horst Köhler, als prominentester Vertreter  der Bessarabiendeutschen (seine Elter lebten bis zur Umsiedlung 1940 in genau der Kolonie Ryschkanowka in Nordbessarabien, in der sich der Roman von Büchle abspielt), schaute vom Foto an der Wand über die Schulter der Autorin.

Elisabeth Büchle entführte die Zuhörer in eine düsterere und kalte Zeit im Winter 1944/45, als Elisa Steiger und ihre Familie bei Minus 20 Grad gejagt von der Roten Armee und unter Flugzeugangriffen zu Fuß die geliebte Heimat verlassen muss. Auch Berlin war eine dunkle Stadt geworden mit hoffnungslosen Menschen. Büchle erzählt von Schwester Anita, der älteren Diakonisse mit der weißen Haube und ihrer nicht enden wollenden Energie, die schließlich aber in „Schutzhaft“ genommen wird. Schwester Anita hat jüdische Schützlinge versorgt. Und auch der junge Arzt Samuel Bader wird verhaftet. „Den Rest dürfen Sie selbst lesen“, forderte die Autorin auf,  griff zum nächsten Buch und stimmte die Zuhörer mit einer ihrer Geschichten aus der Neuerscheinung „Sternenglanz und Tannenduft“ in die bevorstehende Weihnachtszeit ein.

Brigitta Langen war eine der vom literarischen Frühstück begeisterten Zuhörer. Die 81-jährige wohnt erst seit einem halben Jahr in Trossingen „ich habe beinahe fünf Jahrzehnte in Friedrichshafen gelebt und bin wegen der Nähe zu den Kindern nach Trossingen gezogen. Ich finde das kulturelle Angebot in Trossingen sehr gut“, über Veranstaltungen wie dieses Literarische Frühstück könne sie viele neue Kontakte knüpfen.

Bildtext: Der Kreis zum Thema „Bessarabien“ hat sich beim Literarischen Frühstück im Sitzungssaal geschlossen: von links: Friedrich Büchle, Elisabeth Büchle mit Sohn Silas und Ingrid Bauser von der Stadtbücherei unter dem Foto von Bundespräsident Horst Köhler, prominentester Vertreter Bessarabiendeutscher.

Ideen kommen bei der Hausarbeit Literatur-Treff mit Elisabeth Büchle

15. Dezember 2008  rac-schwarzwald-baar.de


Aus Trossingen angereist kam
kürzlich Elisabeth Büchle, um
ihren vierten Roman „Sehnsucht
nach der fernen Heimat“ im Li-
teraturtreff der evangelischen
Kirchengemeinde Bad Dürrheim
vorzustellen.
ILSE PORGER


Bad Dürrheim. Noch jung an Jahren,
Mutter von fünf Kindern, gelernte Bü-
rokauffrau, examinierte Altenpflege-
rin mit einer 50-prozentigen Anstel-
lung, machte sie nicht den Eindruck,
durch ihre Schriftstellerei besonders
gestresst zu sein.
Im Gegenteil, Elisabeth Büchle ist
außerordentlich produktiv und hat
schon wieder viele neue Gedanken im
Kopf, die Grundlage eines neuen Ro-
mans werden sollen. Sie verriet in Bad
Dürrheim, dass ihr die besten Ideen
bei der profanen Hausarbeit zuflie-
gen würden, die dann ganz schnell
aufgeschrieben werden müssen.
Wo sie die Zeit hernähme, war die
Frage an die freundliche und ausge-
glichen wirkende Autorin. Ihre Ant-
wort: „Gerade mit fünf Kindern bin
ich doch sehr ans Haus gebunden,
und so verbringe ich viele Abende am
Computer, aber auch mein Mann
verschafft mir immer wieder Frei-
räume.“ Elisabeth Büchle liebt den
historischen Hintergrund und hat
zunächst einmal über die Zeit, in der
ihre jeweiligen Romane spielen, her-
vorragend recherchiert. Alles andere
ist Fantasie!
Der vorgestellte Roman erzählt die
Geschichte zweier württembergi-
scher Familien, die sich 1815 auf den
Weg nach Bessarabien gemacht ha-
ben. 1812 lud das russische Zaren-
reich unter Alexander I., einem Nef-
fen des württembergischen Königs-
paares, Ausländer ein, das fruchtbare
Land zu bebauen. Landschenkung,
Steuerfreiheit, Religionsfreiheit und
Selbstverwaltung wurden ihnen zu-
gesagt.
So machte sich Elisabeth Steiger
mit ihrer Familie auch auf, um in der
Ferne ein besseres Leben führen zu
können. Mutig waren sie alle, stark,
arbeitsam und gottesfürchtig. Dieses
Land wurde ihnen zu einer echten
Heimat, zumal sie viele ihrer Tradi-
tionen und sogar ihren schwäbischen
Dialekt erhalten hatten. Elisa Steiger
kann sich beim besten Willen nicht
vorstellen, ihre geliebte Heimat je-
mals zu verlassen, seit ihre deutschen
Vorfahren im Jahr 1815 in die russi-
sche Provinz Bessarabien ausgewan-
dert sind.
Doch dann kam die Wende: 1918
fiel Bessarabien an Rumänien, wurde
1940 jedoch nach Unterzeichnung
des Hitler-Stalin-Paktes von der So-
wjetunion wieder annektiert. Zwar
war Hitler an dem Landstrich nicht
interessiert, jedoch an den dort le-
benden Deutschen.
Im Winter 1944/45 mussten diese
Menschen dann vor der Roten Armee
fliehen. Elisabeth Büchle verstand es,
durch die ausgewählten Passagen
und durch ihre bewegende Lesung
die Zuhörer in Atem zu halten. Ganz
besonders eindrücklich war die
Flucht, da sie alte Landkarten mitge-
bracht und den Fluchtweg markiert
hatte. Dadurch konnte sie einen un-
mittelbaren Eindruck vermitteln.
Auch alte Bilder vom Landleben in
Bessarabien, Bilder von der Flucht
und so weiter, machten die Lesung
lebendig.
Elisabeth Büchle malte ein Bild der
Protagonisten, wie Lisa Steiger mit
viel Gottvertrauen alle schweren Prü-
fungen und Schicksalsschläge ge-
meistert hatte. „Alle eure Sorge werft
auf ihn; denn er sorgt für euch (1. Pe-
trus 5,7 L)“. Das Vertrauen zu Gott
läuft wie ein roter Faden durch das
ganze Geschehen bis zur Ankunft
nach dem Krieg in Württemberg, wo
1815 alles begonnen hat.
E. Büchle wollte ihre Zuhörer nicht
einfach so traurig und betroffen ge-
hen lassen, darum las sie zum Ab-
schluss noch eine kleine beschauli-
che Weihnachtsgeschichte aus dem
Vorlesebuch für die Advents- und
Weihnachtszeit „Kerzenschein und
Plätzchenduft“.