Elisabeth Büchle

Der Klang des Pianos

Freiburg 1912: Richard darf einen lukrativen Auftrag ausführen. Als Klavierbauer für die Firma Welte soll der junge Mann ein selbstspielendes Piano auf einem Luxusliner einbauen: der Titanic.

In Irland trifft er die bezaubernde Norah, die sein Leben gehörig auf den Kopf stellt. Die Stewardess soll sich um das Wohl der reichen Gäste auf dem Schiff kümmern. Doch mit einer gewagten Rettungsaktion im irischen Hafenviertel schafft sich Norah mächtige Feinde. Als finstere Ganoven hinter ihr her sind, versucht Richard, sie zu beschützen. Und als die Titanic schließlich aus Southampton ausläuft, blicken beide in eine ungewisse Zukunft...


Buchtrailer Der Klang des Pianos


"Historikus" des Monats April bei Histo-Couch




Leser-Pressestimmen: Elisabeth Büchle: Der Klang des Pianos



Von Christian Döring für Bücher verändern Leben

Inzwischen ist es der siebte Roman der Autorin Elisabeth Büchle. Pünktlich zum 100. Jahrestag des Untergangs der Titanic legt sie ihr Buch vor, welches eng mit der Geschichte dieses Schiffes verbunden ist.

 Wer allerdings einen großen Schreckensroman über die letzten Minuten der Titanic erwartet, wird sich enttäuscht sehen. Die Autorin beginnt ihre Story in Freiburg im Breisgau. Richard ist Instrumentenbauer der Orgelbaufirma Welte, die widerum ihre Instrumente in die Titanic einbauen sollte. Plötzlich stellt sein Arbeitgeber ihn für ein paar Tage frei, um für die englische Verwandte, die zu Besuch kommt, zu dolmetschen. Richard schlägt nichts ab, kommt er doch aus einfachsten Verhältnissen und ist sehr ehrgeizig, will sich nach oben arbeiten. Mit zehn Jahren verlor er seinen Vater, hat erfahren was Hunger ist und kennt genau sein Ziel. Eines Tages will der 27-jährige zu den besseren Kreisen gehören. Als er dann die junge Irin Norah kennenlernt, ihr Freiburg und den nahegelegenen Schwarzwald zeigt, erlebt Richard, dass man die Welt auch anders sehen kann. Geschickt und neugierig machend, wirft die Autorin mehrmals Szenen ein, in denen dunkle Gestalten Norah beobachten. Dies gipfelt in einem Mordanschlag.

Monate später bekommt Richard von seiner Firma den Auftrag nach Belfast zu reisen, es geht um Teile der Orgel die während des Transportes Schaden genommen haben. Unverhofft trifft Richard Norah wieder. Er lernt sie neu kennen. So viel Armut und Elend wie er bei den Freunden von Norah sieht, hat Richard noch nie erlebt. Gemeinsam mit Norah und ihren Freunden besteht er so manch ein Abenteuer so gut wie unbeschadet. Allein bis dahin hätte die Story ein prall gefülltes gutes Buch ergeben können.

 Aber Elisabeth Büchle hat ihren Roman viel breiter angelegt, denn Norah kämpft nicht nur gegen mächtige Feinde, sondern ist als Stewardess auch auf der Titanic . . . In diesem Wälzer steckt so ziemlich alles drin: Da ist die Erfahrung verarbeitet, dass es nicht gut gehen kann, mit dem immer höher und immer besser . . . da ist aber auch die großartige Liebesgeschichte zweier Menschen die in ihrer Unterschiedlichkeit zur richtigen Einstellung zum Leben finden, aber da bleibt die große Ungewissheit . . .



5.0 von 5 Sternen Spannende Geschichte, 5. März 2012

Von Vogelbeobachter für amazon Der Klang des Pianos


Im Jahr 1912 jährt sich der Untergang des Königlichen Postschiffs Titanic” zum 100. Mal. Der Impuls, dieses Ereignis in einen Roman einzubauen, kam -wie die Autorin in einem Interview verriet- vom Verlag. Elisabeth hat die Idee sehr souverän umgesetzt, aber kein typisches Titanic”-Drama daraus gemacht, denn nur rund ein Viertel der spannenden Geschichte befasst sich mit der verhängnisvollen Reise der Titanic und den dramatischen Stunden nach dem Untergang.
Im Zentrum steht die Liebesgeschichte zwischen der Irin Norah, Stewardess auf der Titanic” und dem deutschen Klavierbauer Richard, der für eine Freiburger Firma ein selbstspielendes Klavier an Bord des Luxusschiffes installiert.
Geschickt baut Elisabeth Büchle etwas Ingenieur- und Industriehistorie in eine spannende Abenteuererzählung um Intrigen und Mordanschläge ein und verleiht ihr damit Atmosphäre.

Auf der Meta-Ebene geht es um die Frage der Prioritätensetzung im Leben: Richard will verkrampft den sozialen Aufstieg erreichen, während die tiefgläubige Norah sich in erster Linie für ihre Mitmenschen einsetzt, auch wenn ihr dies scheinbar vor allem Schwierigkeiten einträgt. Und doch bereichert es ihr Leben durch Freundschaften, die sich gerade in der Not bewähren.

Ein wenig hat es diesmal gedauert, bis mich die Geschichte gefesselt hat, was vielleicht damit zusammenhängt, dass sie zunächst vor allem aus der Perspektive Richards erzählt wird, der anfangs ein ziemlicher Langweiler” ist, zumindest in den Augen der agilen Norah und ihrer Freunde. Aber so wie Richard auftaut, hat auch die Geschichte in der zweiten Hälfte die Spannung und Dramatik, die man von Elisabeth Büchle inzwischen schon erwarte
t.



5.0 von 5 Sternen Und wieder ein Volltreffer von Elisabeth Büchle !!!!!!,
3. März 2012 von lesemoni für amazon
Der Klang des Pianos
Nun hab ich außer gestern und heute immer mal wieder nachgeschaut ob das Buch hier nun endlich auf LIEFERBAR steht damit ich meine Rezi schreiben kann.Nun seh ich gerade das es schon 2 davon gibt die schon alles enthalten was es über dieses tolle Buch zu berichten gibt :-) Darum bleibt mir nur noch zu sagen ,dass ich wieder sehr sehr schöne Stunden mit einem wundervollen Buch verbracht habe und sehr froh bin noch 4 ältere Bücher der Autorin zum lesen in meinem Regal stehen habe :-) Fans von Elisabeth Büchle werden das Buch lieben.Neueinsteiger werden ihre wahre Freude an dem Buch haben.Es war für mich wieder ein ganz besonderes Erlebnis dieses Buch zu lesen,denn die Autorin hat die Begabung in ihren Büchern ihren Lesern Kopfkino vom feinsten zu präsentieren :-)Die Protagonisten wachsen einem sehr schnell ans Herz,die Handlung zog mich von Anfang an wieder in Bann :-)Ich war einfach begeistert und war mal wieder viel zu schnell fertig mit dem Buch. Darum vergebe ich wieder sehr sehr gerne 5 absolut verdiente Sterne und hoffe das dieses Buch sehr sehr viele Leser bekommen wird !!! 100% Kaufempfehlung !!!


5.0 von 5 Sternen Ein rasanter und historisch gut recherchierter Roman, 1. März 2012
Von
Simone Janoschke - für amazon

Freiburg im Breisgau, 1912: Richard lebt ein ziemlich eintöniges Leben als Orgelbauer bei der Firma Welte. Er arbeitet hart und mit großer Sorgfalt, denn sein Traum ist es, in der Firma aufzusteigen und in die höheren Kreise eingeführt zu werden. Als er für die junge Irin Norah, die Nichte des Chefs, dolmetschen soll, denkt er, dass er seinem Ziel etwas näher kommt und er bei Abendgesellschaften Kontakte knüpfen kann. Er zeigt ihr die Umgebung und stellt fest, dass das Leben auch Freude machen kann und man hin und wieder lachen sollte. Richard merkt, dass Norah anders ist als ihre Verwandten, einfach aber lebensfroh, trotz aller Umstände, denn aus dem Nichts tauchen immer wieder Norahs Verfolger auf, deren Absichten im Dunkeln bleiben. Die Situation spitzt sich zu, als es zu einem Mordanschlag auf sie kommt.

Einige Monate später wird Richard gebeten, mit seinem Chef nach Belfast zu reisen und ein selbstspielendes Piano auf dem Ozeanriesen Titanic einzubauen. Durch Zufall trifft er Norah wieder und lernt ihre Familie und Freunde kennen, die im Armenviertel in Belfast leben. Durch eine waghalsige Rettungsaktion wird er in Norahs Leben hineingezogen und ist fasziniert und erschrocken zugleich über die Armut, die in diesem Viertel herrscht. Ohne es zu bemerken, verlieben sich diese zwei so unterschiedlichen Menschen ineinander. Als beide schließlich gemeinsam auf der Titanic arbeiten, erwartet sie ein noch viel größeres Abenteuer.

'Der Klang des Pianos' ist ein sehr rasantes Buch, was einen durch die Seiten hetzen lässt, weil immer wieder neue Vorfälle aufeinander folgen und miteinander verwoben werden. Wer allerdings erwartet, hier dreht sich alles um die Titanic, der wird enttäuscht werden. Zwar kommt der Luxusliner immer wieder vor, weil viele der Menschen in Belfast am Bau beteiligt sind, aber an Bord geht es erst in der zweiten Hälfte des Buches. Das schadet der Geschichte aber keinesfalls, denn so kann man erst einmal in das Leben der Protagonisten hineinschauen, sie besser kennenlernen und sich dann auf die große Fahrt begeben.

Zum besonderen Flair des Buches tragen die historisch gut recherchierten Hintergründe bei, wichtige Details werden durch Fußnoten erläutert. Ein sehr gelungener Roman, spannend bis zur letzten Seite und eingebettet in die Geschichte der Titanic zum 100. Jahrestag ihres Untergangs.

Diese Geschichte zeigt, dass es wichtig ist die Tragödie und deren Opfer nicht zu vergessen, und auf Gott zu vertrauen und anstatt sich auf die Technik oder auf Menschen zu verlassen.


4.0 von 5 Sternen

schöne Liebesgeschichte, 18. März 2012
Von
Mara Schneider "Leseratte" - für amazon
Rezension bezieht sich auf: Der Klang des Pianos: Roman (Gebundene Ausgabe)

Ich habe mir das Buch gekauft, weil ich dachte es gehe ausschließlich um den Untergang der Titanic. Man muss sagen, dass nur ein sehr kleiner Teil des Buches davon handelt.
Überwiegend spielt das Buch in Deutschland (erste Hälfte) und in Irland (2. Hälfte). Ein wenig enttäuscht war ich schon, dass der Untergang der Titanic nur so nebenbei erzählt wurde, jedoch die Liebesgeschichte zwischen Richard und Norah, und auch die dunklen Machenschaften in Belfast, in die Norah ungewollt verstrickt ist, enthalten Spannung genug und haben mich in ihren Bann gezogen.
Der Teil, der vom Untergang der Titanic handelt, ist jedoch gut recherchiert und geht einem sehr nah.
Elisabeth Büchle hat einen sehr erfrischenden Schreibstil, und ich kann das Buch jedem empfehlen.


5.0 von 5 Sternen

Grossartig.....,

28. März 2012
Von
buecherwurm - für amazon

Ein typischer Büchle Roman, sehr gut recherchiert,spannend,unterhaltsam,romantisch,von allem was dabei!!! Bis jetzt mein persönlicher Favorit von allen Büchern dieser Autorin!!!


"Historikus" des Monats April

für Histo-Couch

Kurzgefasst:

Freiburg, 1912: Richard darf einen lukrativen Auftrag ausführen. Der junge Klavierbauer soll für die Firma Welte ein selbstspielendes Piano auf einem Luxusliner einbauen: der Titanic. In Irland trifft er die bezaubernde Norah, die sein Leben gehörig auf den Kopf stellt. Die Stewardess soll sich um das Wohl der reichen Gäste auf dem Schiff kümmern. Doch mit einer gewagten Rettungsaktion im irischen Hafenviertel schafft sich Norah mächtige Feinde. Als finstere Ganoven hinter ihr her sind, versucht Richard sie zu beschützen. Schließlich läuft die Titanic aus Southampton aus und die beiden blicken in eine ungewisse Zukunft …
Das meint Histo-Couch.de: „Musik, Liebe und die Titanic“

von Rita Dell'Agnese

Richard Martin hat sein Leben dem Piano verschrieben. Als Klavierbauer in einer Manufaktur in Freiburg entwickelt er neue Instrumente. Sein fachliches Können bringt ihn nach Irland, wo er eine beschädigte Charge von Klavieren, die für das neue Luxusschiff „Titanic“ vorgesehen sind, reparieren soll. Dort trifft der junge Mann wieder auf Norah, die junge Verwandte seines Arbeitgebers. Vor einigen Monaten hatte er die Aufgabe, Norah bei ihrem zweiwöchigen Besuch in Freiburg auf ihren Ausflügen zu begleiten. Wie schon in Deutschland fordert Norah, die als Stewardess auf Schiffen der White Star-Linie arbeitet, mit ihrer spontanen Art den jungen Mann heraus. Er genießt die unkonventionelle Bekanntschaft, zumal sie erneut nur von kurzer Dauer scheint. Denn Richard soll nach der Reparatur zurück nach Deutschland, Norah hingegen wird mit der „Titanic“ auf Jungfernfahrt gehen. Die beiden verbringen viel Zeit miteinander, Richard fühlt sich in Norahs Gegenwart wohl und betrachtet die Bekanntschaft als einen Glücksfall. Anders die reiche Helena, die sich ebenfalls um Richard bemüht und auch nicht davor zurück schreckt, härtere Bandagen einzusetzen. Da sticht die „Titanic“ in See.

Viel mehr als nur ein Schiffsuntergang

Über den Untergang der Titanic sind in jüngster Zeit einige Romane erschienen. Alle haben nebst der Schiffstragödie noch einen anderen zentralen Punkt. Das ist auch bei Elisabeth Büchle so. Sie bietet den Lesern gleich mehrere historische Hintergründe an. Da ist etwa die Piano-Fabrik, in der fieberhaft nach Neuheiten geforscht wird, um das Piano-Geschäft auf Kurs zu halten. Der junge Instrumentenbauer Richard Martin beweist sich hier nicht nur als Meister seines Fachs, sondern auch als ein Mensch mit einem äußerst feinen Musikgehör. Diese Kombination befähigt ihn, den von ihm konzipierten oder reparierten Instrumenten mehr als nur einen befriedigenden Klang zu entlocken. Gerne würde man noch mehr Einzelheiten aus diesem Bereich erfahren. Um dem Roman jedoch die beabsichtigte Richtung zu geben und auch genügend Tempo hinein zu bringen, verlässt die Autorin die Fabrikation in Deutschland und wendet sich dem Leben im irischen Hafen Belfast zu. Durch Norah erleben die Leser, was sich hinter den Fassaden der heruntergekommenen Häuser abspielt. Geschickt stellt die Autorin den Gegensatz der beiden Welten dar, in der sich Richard nun bewegt: In die Welt der Reichen, die sich kaum Gedanken über ihren aufwändigen Lebensstil machen müssen und die Welt der Armen, in der sich eine frischgebackene Mutter keine Kleidung für ihr Baby besorgen kann – in der die Leute einander aber beistehen.

Naives Mädchen

Dass sich zwischen Richard und Norah eine Liebesgeschichte zu entwickeln beginnt, vermag kaum zu überraschen. Ebenso wenig, mit welcher Naivität die beiden an die Sache heran gehen. Und auch die böse Gegenspielerin – hier in Gestalt der verwöhnten Helena – fehlt nicht. Dass diese Geschichte nicht mit aller Raffinesse aufgebaut ist, sondern eher einem erfrischen unschuldigen Muster folgt, tut dem Roman keinen Abbruch. Allerdings wünschte man sich da und dort ein etwas reiferes Verhalten der an sich patenten Norah. Ihre kindliche Unerschrockenheit will nicht ganz zu ihrem familiären Hintergrund und ihrer Arbeit als Stewardess passen, muss sich doch in manch brenzliger Situation einen kühlen Kopf bewahren. Dies ist aber lediglich ein kleiner Schönheitsfehler.

Gut aufgefangen

Geschickt steuert Elisabeth Büchle im zweiten Teil des Romans auf die dramatische Jungfernfahrt der Titanic und dem Ende des stolzen Schiffes zu. Die hinlänglich bekannte Geschichte des Untergangs würzt die Autorin mit einigen überraschenden Begebenheiten und macht das Drama auf diese Weise zu einem neuen Erlebnis. Damit umschifft sie die größte Klippe: Den Eindruck der Leser, das alles schon mal oder gar mehrmals gehört oder gelesen zu haben. Die Autorin vermag den Spannungsbogen gut zu halten und erst auf den letzten Seiten ganz zu lösen.

Eine Freude ist die Gestaltung des Buches. Nicht nur, das schön gestaltete Cover der Erstausgabe mit der Titanic im nächtlichen Meer sondern auch die üppige Dreingabe in Form von historischer Einführung, Erklärung zu den Personen, Begriffserläuterung und vor allem auch die Skizzen der Titanic stellen ein echtes Plus dar.

Mit ihrem Titanic-Roman hat Elisabeth Büchle bewiesen, dass es auch bei einem so populären Thema möglich ist, einen neuen Ansatz zu finden und die Dramatik hoch zu halten.


5.0 von 5 Sternen Realitsnahe, historische Erzählung. Sehr spannend., 28. April 2012

von Schneeflöckchen für amazon

“Der Klang des Pianos” ist eine Erzählung, bei der es die Autorin hervorragend gelungen ist, historische Fakten und historische Personen (die auch durch Anmerkungen im hinteren Buchteil erklärt werden) mit Fiktiven Romanfiguren zusammen agieren zu lassen!

Der Roman startet mit einer “Historischen Einführung” (4 Seiten lang).
Man erfährt Einzelheiten über die Freiburger Firma “Welte & Söhne”, die bis 1932 selbstspielende, mechanische Instrumente herstellte -konkurrenzlos!-.
Das “Welte - Mignon - Reproduktionsklavier” muß damals ein technisches Meisterwerk gewesen sein. Die Reederei “White Star” bestellte bei der Fa. Welte ein solches Instrument, zum Einbau auf der RMS Titanic…
Nachdem noch kurz über den eventuellen Standort dieses Pianos eingegangen wird, erfährt man kurze Einzelheiten über die “Britannic”, sie war das Schwesterschiff der “Titanic”.

Die Autorin erklärt dem Leser über ihre eigenen Probleme beim Entwickeln des Romanes, da es um den Untergang viele Mythen gibt, die es nicht einfach machten nüchtern bei den Fakten zu bleiben.

Die Handlung des Buches dreht sich hauptsächlich um die ärmlich lebenden Hafenarbeiter und deren Angehörigen. Aber auch um die Schiffsmannschaft und einige wenige Passagiere. Eine der Hauptpersonen ist weiterhin der junge Mann “Richard Martin”, ein Angestellter der Fa. Welte, der beauftragt wird das Piano auf der Titanic einzubauen. Herr Martins Priorität ist der gesellschaftliche Aufstieg. Nachdem er aber die junge “Norah Casey” kennen lernt (eine entfernte Verwandte der Weltes) und deren Bemühungen ärmeren Menschen zu helfen, überdenkt er nach und nach seine eigene Lebensziele.
Er beginnt Norah, in ihrem Bestreben den Ärmsten der Armen zu helfen, zu unterstützen und verliebt sich in sie. Als jedoch eine Freundin von Norah von einem zwielichtigen Zuhälter entführt wird, überschlagen sich während der Rettungsaktion die Ereignisse.
Norah ist auf der Flucht und muss “untertauchen”, sie will als Stewardess der 1. Klasse - auf der Titanic - Abstand zum Hafenviertel und dem Zuhälter gewinnen…

Das ganze Buch ist sehr realistisch recherchiert und man ist erschrocken, wie gravierend herzlos “Klassenunterschiede” in der damaligen Zeit gelebt wurden!
Die Story ist auf keiner der 436 Seiten langweilig. Mit jeder Seite wird es noch rasanter! Die Autorin (Frau E. Büchle) ist eine fantastische Erzählerin und beherrscht ihr Handwerk!

Auf den Seiten 437 bis 445 finden Sie stichpunktartig nochmals die einzelnen historischen Personen und deren Schicksale auch die Auflistung und Bedeutung der Fußnoten, die immer mal wieder in der Erzählung auftauchen. Und zu guter Letzt noch zwei Zeichnungen der Titanic mit kurzer Beschreibung.


von Mr. Rail für lovelybooks

4 von 5 Sternen

April 2012

Als Leser muss man wissen, worauf man sich einlässt, wenn man in einem aktuellen Titanic-Roman versinkt. Man darf nicht erwarten, im maritimen Handlungsstrang Überraschungen zu erleben – man darf davon ausgehen, dass man Personen begegnet, die historisch verbrieft sind und dadurch wenig Spielraum für Interpretationen lassen und letztlich darf man nicht darauf hoffen, dass der Autor oder die Autorin zum Ende des Romans in einer heldenhaften Korrektur der Seegeschichte das Ruder der Titanic im wahrsten Sinne des Wortes herumreißt. Das muss man wissen – das wussten wir.

Als Autor muss man wissen, worauf man sich einlässt, wenn man einen modernen Titanic-Roman schreibt. Man wird niemals dafür gelobt werden, wie brillant die Idee mit dieser Schiffskatastrophe doch sei – niemand wird ein Wort darüber verlieren, welche Vielfalt an Protagonisten sich in den verschiedenen Klassen des schwimmenden Palastes eingefunden haben und in den meisten Fällen erntet man maximal Kritik, wenn die historisch verbürgten Fakten nicht so wiedergegeben wurden, wie sie im kollektiven Gedächtnis von Generationen überlebt haben. Dies muss Elisabeth Büchle gewusst haben, bevor sie die ersten Zeilen ihres Titanic-Romans „Der Klang des Pianos“ zu Papier brachte.

Eine schmale Gratwanderung also für Schriftsteller und Publikum, sich auf das dünne Eis eines der berühmtesten und doch namenlosen Eisberge der Neuzeit zu begeben, um in diesem Szenario eine neue Handlung zu platzieren und neue (natürlich fiktive) Charaktere dem vorprogrammierten Untergang entgegenstreben zu lassen.

Literatwo begab sich gemeinsam und gleichzeitig auf diesen Grat – mit intensivsten Kenntnissen zur Katastrophe versehen, da wir gerade zu diesem Schwerpunkt im Rahmen unseres Titanic-Projektes (LINK) mehr zum Thema gelesen haben, als jemals zuvor. Uns konnte nichts mehr überraschen – alles war ja von vorneherein klar und so gaben wir an einem ruhigen Abend vor wenigen Tagen das Kommando „Leinen los“ und folgten Elisabeth Büchle zum „Klang des Pianos“ in das Jahr 1912.

Also – kurz gesagt, es waren keine Überraschungen möglich! Dachten wir… eigentlich…

Wenn wir den historischen Kontext der Schiffstragödie im Roman beleuchten, dann fällt auf, dass der Autorin in der Einbettung ihrer Handlung keinerlei – und hiermit meinen wir nicht den Kleinsten – Fehler begangen hat. Die Schilderung des Hintergrundes und der realen Persönlichkeiten ist stilsicher und durchweg Vielschichtig. Der Fokus richtet sich nicht nur auf die Passagiere der Ersten Klasse oder den viel zitierten Konflikt zwischen Arm und Reich – nein – Elisabeth Büchle wandert mit uns ebenso gewandt über das Promenadendeck, wie sie ihre Leser in die Tiefen der Maschinenräume entführt. Ihr intensiver Blick in den Bereich der Zweiten Klasse ist hier eine Perspektive, die sich allzu selten in historischen Romanen zum Untergang der Titanic wiederfindet.

So sagte „Titanic-Expertin“ und Sachbuchautorin Linda Maria Koldau in unserem Exklusivinterview gerade zu dieser Problematik: „Die Zweite Klasse bietet eben keinen spannenden Stoff für einen Roman.“ Elisabeth Büchle hat bewiesen, dass es anders geht – ein eindeutiges Plus in diesem Roman- sozusagen der „Titanische Missing-Link“ in der Weltliteratur zum Thema!

Dieser Linie bleibt die Autorin in der reinen Romanhandlung treu. Elisabeth Büchle hat wohl den allerersten Titanic-Mittelklasseroman geschrieben – und dies ist KEINE Wertung! Richard Martin, Angestellter eines mittelständischen Unternehmens erhält den Auftrag, an Bord der Titanic eines jener legendären automatischen Klaviere in Betrieb zu setzen. Dort begegnet er der Stewardess Norah Casey. Es ist nicht ihr erstes Treffen. Als Verwandte seines Arbeitgebers war sie kurze Zeit zuvor in Deutschland, und Richard musste sich in dieser Zeit aufgrund seiner fundierten Englischkenntnisse um das impulsive Energiebündel kümmern.

Als strebsam kann man Richard bezeichnen – als nach Höherem strebenden Menschen, der so wenig wie möglich Fehler machen möchte und alles dem persönlichen Erfolg unterordnet – auch seine eigene Persönlichkeit. Mit Norah begegnet ihm zum ersten Mal eine junge Frau, die vor Lebenslust und Energie zu platzen scheint und sich trotz ihrer gesicherten Stellung nicht nach oben orientiert, sondern den Menschen verbunden bleibt, denen es weitaus schlechter geht.

Norah und Richard – ungleicher können Mann und Frau nicht sein und doch gilt auch hier das Mantra „Gegensätze ziehen sich an“. Vor der Abfahrt der Titanic lernt Richard Norahs Familie kennen und sie erkennen in ihm den „traurigen Deutschen“ aus den Erzählungen Norahs. Eine Begegnung, die zwei Leben verändert.

Denn Norah verbirgt ein dunkles Geheimnis. Ihre soziale Ader sorgt dafür, dass sie sich zunehmend in Gefahr bringt und einigen Menschen ein wahrer Dorn im Auge ist. Wird Richard rechtzeitig wach? Kann er über seinen langweiligen Schatten springen? Und wie entscheidet er sich, als die reiche Tochter seines adeligen Gastgebers ein eigenwilliges Auge auf ihn wirft. Zerrissen vom Streben nach gesellschaftlichem Aufstieg und dem Aufsteigen ernster Gefühle befindet er sich am Tag der Abreise unplanmäßig an Bord der Titanic. Aber die Fahrt wird in jeder Beziehung anders verlaufen, als er sich dies jemals hätte vorstellen können.

Elisabeth Büchle gelingt es sehr gut, ihren Liebesroman in das historische Setting der Titanic und ihrer Zeit einzubetten. Sie hat dabei Bilder erzeugt, die neu waren – sie ist tief in die Epoche der großen technischen Entwicklungen eingestiegen und hat die Menschen von einst zu Wort kommen lassen. Besonders deutlich wird dies an den Stellen, wo der unbedingte Glaube an Gott das einzige zu sein scheint, das noch Halt bieten kann. Diese Bilder wirken nach.

Es ist keine Überraschung, dass die Titanic auch bei Elisabeth Büchle das Duell mit dem Eisberg verliert. Man mag das eigentliche „Romanende“ vielleicht als ein wenig „kitschig“ bezeichnen oder gar, ab einer bestimmten Stelle, sogar ein wenig vorhersehbar. Dramaturgisch passt es zum Buch und fügt sich harmonisch in das Gesamtbild ein. Wir haben lange telefoniert, als wir die letzten Seiten von „Der klang des Pianos“ beendet hatten. Wir haben diskutiert und beratschlagt, wir haben uns einige Varianten einfallen lassen, wie das Ende auch hätte geschrieben sein können. Ist es nicht schön, dass ein gemeinsam gelesenes Buch uns dazu bringt, alles noch mal durchzuspielen, alles neu zu denken und dabei doch so tief im Stoff zu bleiben?

Das ist schön…. Sehr sogar…



Interviews / Presse

rz 2012,  Bücher verändern Leben

 Elisabeth Büchle hatte für buecherveraendernleben Zeit und hat uns folgende Fragen beantwortet:

 Hallo Elisabeth, in wenigen Tagen erscheint Dein siebter Roman. Wie fühlt sich da die erfahrene Schriftstellerin?

Sie fühlt sich wie ein kleines Kind kurz vor Weihnachten: Aufgeregt, ungeduldig und voll gespannter Vorfreude. Von der „erfahrenen“ Schriftstellerin bleibt da, so fürchte ich, nicht sehr viel übrig! Es ist jedes mal ein berauschender Moment, ein Buch das erste Mal in der Hand zu halten, und gleich darauf folgt eine Zitterpartie, bis die ersten Leserstimmen eintreffen und es sich herausstellt, ob zumindest einem Großteil der Leser dieser neue Roman zusagt.

Auch in diesem Roman steht wieder eine große Liebesgeschichte im Mittelpunkt. Ist da die Titanic nur literarisches Beiwerk oder gibt es für den Leser auch historische Fakten?

 Ich drückte es mal lieber so aus: „Der Klang des Pianos“ enthält eine wunderschöne Liebesgeschichte, die rund um die Entstehung und den Untergang des „Mythos“ Titanic eingeflochten ist. Historische Daten (Baudaten, Details der drei Schwesternschiffe) und Personen (Welte, Bokisch, Andrews, Lord Pirrie…) spielen ebenso eine Rolle, wie auch historische Orte (Firma Welte in Freiburg, Belfast, Southampton…) und natürlich einen möglichst richtig wiedergegebenen Hergang des Unglücks. Dabei war es nicht immer leicht, fundiert überlieferte Details von einer Art Glorifizierung oder schlichtweg falschen Fakten auseinander zu halten. Ich denke aber, es ist mir - dank guter Rechercheliteratur - ganz gut gelungen, die damaligen Vorkommnisse in eine spannende Romanhandlung einzuflechten.

 Ist es für Dich eigentlich eine Reduzierung, wenn man über dich sagt: Ja, die Büchle, die schreibt einen Liebesroman nach dem anderen?

Eine Reduzierung? Nein, weshalb? Ist etwas Verwerfliches daran, Bücher zu schreiben, die Liebesgeschichten beinhalten? Ich möchte mit meinen Büchern die Menschen unterhalten, sie ein wenig aus ihrem Alltag, der ja nicht immer nur rosarot ist, herausnehmen und in eine andere Welt eintauchen lassen. (Und auch dort geht es nicht immer nur zu wie auf einem Ponyhof!) Durch meine Bücher versuche ich - neben der Unterhaltung - Historie lebendig werden zu lassen und dadurch das weiterzugeben, was „Geschichte“ bezwecken sollte: ein Lernen aus den Fehlern, die die Menschen in ihrer Zeit begangen haben – damit wir es heute anders, besser machen. Dies erfordert eine Menge Disziplin und Recherchearbeit, die man dem Buch später gar nicht mal unbedingt ansieht, da nur etwa 10 % von dem, was ich an Geschichtsfakten, Details rund um das Sozialverhalten der Menschen damals, an Gebrauchsgegenständen, Kleidungsstücken der jeweiligen Epoche usw. „erlerne“ auch im Manuskript aufgenommen wird. Und ganz nebenbei versuche ich in meine Texte kleine Impulse einzustreuen, von denen ich hoffe, dass sie die Leser zum Nachdenken über ihr Leben, über „Gott und die Welt“ anregen. Ein Roman kann also durchaus mehr sein, als nur eine platt erzählte Liebesgeschichte zweier Menschen.

Auf Deinem Blog verrätst Du Deinen Lesern, dass Du bereits am nächsten Manuskript arbeitest. Magst Du uns schon etwas verraten?

 In meinem Blog verrate ich immer wieder kleine Details über das, was ich gerade schreibe. Allerdings erfordert es ein gewisses Geschick, nicht zu viel zu verraten. Dies gilt vor allem dann, wenn ich an einem Manuskript arbeite, bei dem der Verlag ein bestimmtes Thema wünscht. Diese „bestellten“ Bücher sind meist auf ein Ereignis ausgerichtet (so wie damals das „Mädchen aus Herrnhut“ zum Zinzendorfjubiläum erschien) und unterliegen deshalb einer gewissen Geheimhaltung. So ist es auch diesmal, weshalb ich mich mehr als sonst in Schweigen hülle. Kleinere „Details“, die ich so während des Schreibprozesses verrate, dürfen aber gerne auf dem Blog, bzw. auf meiner Facebook-Seite eingesehen werden. Es ist immer wieder spannend für mich zu beobachten, wie die Leser/Innen mitfiebern und miträtseln!

ein paar Tage später . . .

 Ein paar Tage sind vorbei. Wir fühlt man sich nun mit dem siebten Kind im Arm?

 Im Grunde ist das ja mein 12. Kind, und es fühlt sich einfach großartig und wundervoll an. Wie immer! Allerdings mus ich ehrlich sagen, dass mir die Kinder aus Fleisch und Blut doch um Vieles wertvoller sind als die aus Papier! Dennoch werden diese in den letzten Tagen nicht ganz so oft in den Arm genommen wie das Buch! Aber das ändert sich auch wieder. Gab es schon erste Leserreaktionen? Da keiner so schnell liest wie Du (!), gab es bisher nur die obige Rezension, für die ich mich ganz herzlich bedanke. Deshalb lebt die Spannung weiter und die Hoffnung, verbunden auch mit der Bitte, weitere Rückmeldungen zu erhalten. Denn nur durch diese kann ich sehen, was bei den Lesern geünscht ist, was gefällt - oder auch nicht. Ich warte also mehr oder weniger geduldig und aufgeregt auf neue Leserstimmen.

Wirst Du mit Deinem Buch jetzt auf große Lesereise gehen?

 Eine große Leserreise wäre auch einmal spannend, allerdings mit einem großen organisatorischen Aufwand verbunden. Mal sehen, ob sich dahin gehend etwas tut. Die letzten Jahre war ich etwa auf 12 bis 18 Lesungen/Veranstaltungen pro Roman. Sie fanden von der Schweiz bis hinauf nach Bremen statt und waren jedes Mal wunderschöne Events, bei denen ich tolle Leute kennenlernen durfte. Im Moment habe ich mehrere Anfragen zu Lesungen und bereits vier feste Termine. Interessierte dürfen mich gerne anschreiben, die Mailadresse ist im Impressum meiner Homepage zu finden, bzw. sich auch an den Verlag Gerth Medien wenden.

 Dir liebe Elisabeth und Deinem Buch alles Gute !

Christian Döring für Bücher verändern Leben, MÄrz 2012


Interview für Gerth Medien
März 2012


„Gedanklich habe ich den Titanic-Untergang miterlebt.“
Sie fasziniert seit Generationen die Menschen: Die Titanic, die bei ihrer Jungfernfahrt auf dramatische Weise sank. Elisabeth Büchle entführt ihre Leser mit ihrem neuen Roman an Bord des wohl bekanntesten Luxusliners. In unserem Interview gibt sie Einblicke in die Hintergründe ihres brandneuen Buches.

Sie haben ein Buch vor dem Hintergrund des Titanic-Untergangs geschrieben. Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie an das kürzlich gesunkene Kreuzfahrtschiff Costa Concordia denken?

Als ich die Nachricht von dem Unglück hörte, war ich sehr erschrocken und tief betroffen angesichts der Tragödien, die sich auf dem Schiff abgespielt haben müssen. Beim Schreiben des Buches hatte ich mich ja gedanklich auf die Titanic begeben und den Untergang miterlebt. Aus diesem Grund fühle ich tief mit den Überlebenden und auch mit den Angehörigen der Opfer mit. Es macht mich traurig, dass wir 100 Jahre nach dem bekanntesten Schiffsunglück anscheinend immer noch nicht gelernt haben, dass größer-höher-schneller-spektakulärer nicht zwingend „gut“ ist.

Was fasziniert Sie am Stoff des Titanic-Untergangs, dass er Sie dazu animierte, einen kompletten Roman zu schreiben?

Über ein dramatisches Geschehen zu schreiben – mit dem Hintergrundwissen über das, was damals „falsch“ lief – und die Romanprotagonisten trotzdem genau diese Fehler machen zu lassen, birgt für mich als Autorin einen großen Reiz. Hinzu kommt natürlich die ganze Mythenbildung um den Untergang der Titanic, der ich aber – so hoffe ich – in keiner Szene erlegen bin. Dieser Ehrgeiz war beim Schreiben groß!

Woher die Faszination „Titanic“ bei mir tatsächlich stammt, darüber rätsle ich allerdings selbst. Ich weiß um eine Zeichnung, die ich vermutlich in der 2. Klasse anfertigen musste: ein Wrack. Auf diesem kaputten Schiff zwischen Seetang und bunten Fischen steht, schön eingedeutscht: Britanik. Woher ich als damals Siebenjährige wissen konnte, dass die Titanic ein Schwesternschiff mit dem Namen Britannic hatte? Keine Ahnung!

Hand aufs Herz: Wie oft musste Ihr Mann den Oscar-prämierten Titanic-Film mit Leonardo diCaprio mit Ihnen ansehen?

Jetzt muss ich erst mal lachen! Ganz ehrlich: nur einmal! Als der Film damals in die Kinos kam, waren mein Mann und ich in Stuttgart im Kino. Ihm behagte der Film nicht, war er doch nicht darauf eingestellt, wie er sich ausdrückte, „den Menschen knapp zwei Stunden lang beim Sterben zusehen zu müssen“. Deshalb musste ich den Film anschließend, zwei-, dreimal ohne ihn anschauen, da der Regisseur James Cameron ja sehr auf Detailtreue achtete und ich so auch farbige und nicht nur schwarzweiße Bilder über das Schiff ansehen konnte!

Wie sind Sie bei Ihren Recherchen vorgegangen?

In der Hauptsache habe ich Sachbücher gelesen und im Internet recherchiert – um das, was ich dort las, nochmals über Bücher abzusichern, denn über die Titanic kursieren im Internet herrlich fantasievolle Geschichten. Ausgesprochen hilfreich waren natürlich die Berichte Überlebender. Die Bücher von Lawrence Beesley (2. Klasse) und Colonel Archibald Gracie mit John B. Thayer (1. Klasse) waren sehr wertvoll für mich. Übrigens findet man Sachbücher über die Titanic sogar für Kinder – manche davon richtig gut gemacht und informativ!

Sie haben einen spannenden historischen Bezug zu einer Firma in Freiburg als Grundidee für den Roman genommen: die Firma Welte, die im 20. Jahrhundert selbstspielende Pianos herstellte. Wie sind Sie darauf gestoßen?

Der Gedanke, einen Roman über die Titanic zu schreiben, geisterte schon lange in meinem Kopf herum, doch mir fehlte einfach die zündende Grundidee. Denn es war mein Bestreben, den Roman völlig anders aufzuziehen, als es vor mir und mit mir andere gemacht haben. Als ich einmal wieder das Suchwort Titanic eingab „stolperte“ ich über die Geschichte des Einbaus einer pneumatischen Welte-Orgel in der Titanic und Britannic. (Mehr Informationen dazu gibt es im Vorwort des Romans, und ich erzähle darüber gerne auch bei Lesungen.) Und damit war die Idee geboren, die Geschichte in Freiburg, im Schwarzwald, beginnen zu lassen und statt der ewigen 1. Klasse / 3. Klasse-Story vor allem die Hafenarbeiter in Belfast, die Besatzung der Titanic und die oft etwas vernachlässigte 2. Klasse - im wahrsten Sinne des Wortes - mit ins Boot zu nehmen.


Mit Norah haben Sie dem braven Richard einen temperamentvollen Wirbelwind als weibliche Protagonistin gegenübergestellt. Auch in Ihren anderen erfolgreichen Romanen sind die Frauen starke Persönlichkeiten. Was fasziniert Sie an starken Frauen?

Das „schwache“ Geschlecht ist stark! Was allein schon die Tatsache beweist, dass wir Frauen länger als Männer brauchen, bis wir erfroren sind, – wobei das natürlich jetzt makaber klingt, im Hinblick auf die Titanic aber nicht am Thema vorbeigeht. Ich denke aber nicht, dass meine Frauen in den Romanen immer nur einfach stark sind. Ihr Glaube macht sie stark, macht sie bereit, vieles zu erdulden, ihren „Mann“ zu stehen und zu kämpfen. Ich denke, dass in Frauen oftmals mehr steckt, als sie es sich selbst zutrauen. Dies möchte ich mithilfe meiner Romanfiguren ein bisschen aus ihnen herauskitzeln, denn die Erfahrung zeigt wohl, dass wir das leider oft erst sehr spät – und manchmal erst in besonders schrecklichen Notsituationen - wirklich realisieren. Dies wird besonders in zweien meiner Romane deutlich, in "Sehnsucht nach der fernen Heimat“ (zur Zeit vergriffen) und Goldsommer.
Gleichgültig, wie wir leben, können wir unserem Leben einen Sinn geben und unser Lebensziel erreichen.

Ihre Erzählung lebt von starken Kontrasten. Einerseits das Luxusschiff Titanic. Andererseits das Elend der irischen Arbeiterfamilien. Warum war es Ihnen wichtig, diesen Kontrast so detailliert darzustellen?

In Der Klang des Pianos geht es thematisch darum, welchen Sinn unser Leben haben soll, worin unser Lebensglück und –ziel besteht. Der Kontrast wirkt auf den ersten Blick natürlich extrem, doch er soll im Grunde nur aufzeigen, dass wir, ganz gleichgültig, ob wir nun steinreich oder arm sind, schlank oder mollig, extrovertiert oder eher scheu, glückliche Momente erleben können. Gleichgültig, wie wir leben, können wir unserem Leben einen Sinn geben und unser Lebensziel erreichen.

Kindesentführung, Prostitution, Armut, Gewalt – und eine rührende Lovestory. Ihre Geschichte ist so unglaublich spannend, dass man das Buch kaum zur Seite legen kann. Wie kommen Sie auf diese Ideen?

Ich muss sagen, dass das Leben leider (was die ersten Punkte der Aufzählung angeht) und zum Glück (beim letzten Punkt) diese Ideen vorgibt. Wir leben in einer Welt, in der schlimme und schöne Dinge geschehen. Und obwohl meine Fantasie enorm ausgeprägt ist und ich spielend Fantasiewelten erschaffen kann, möchte ich in meinen Büchern doch nicht den Bezug zur Realität verlieren. Das Leben jedes einzelnen Menschen ist angefüllt mit den unterschiedlichsten Geschichten, und ich hoffe immer, dass ich mit meinen Romanen bei dem einen oder anderen Leser genau in seine Lebenssituation hineinsprechen kann, bei ihm etwas Hilfreiches bewegen kann.


Pressebericht zur Premierenlesung in Trossingen
Trossinger Zeitung/Schwäbische Zeitung
-- März 2012



Seit nunmehr einem ganzen Jahrhundert beschäftigt und fasziniert ihre tragische Geschichte die Menschen immer wieder: die „Titanic“ ist bereits wenige Zeit nach ihrem Untergang zum Mythos geworden. Auch die Trossinger Autorin Elisabeth Büchle ist der Faszination dieses Schiffes erlegen. In ihrem neuesten Roman – es ist bereits ihr siebter - führt sie ihre Leser an Bord des legendären Luxusliners.


Von Anja Schumann

Am Donnerstag entführte Elisabeth Büchle eine ansehnliche Besucherschar in der Stadtbibliothek Trossingen ins Jahr 1912 und in die Welt ihres neuen Romans mit dem ungewöhnlichen und verheißungsvollen Titel „Der Klang des Pianos“. Für die entsprechend stimmungsvolle, dem literarischen Sujet angemessene Musik sorgte bei dieser spannenden Lesung der Pianist Andreas Reif am Digitalpiano mit Stücken wie „Greensleeves“ oder der Irischen Nationalhymne.

Elisabeth Büchle fasziniert die Geschichte der Titanic seit vielen Jahren. „Über ein dramatisches Geschehen zu schreiben - mit dem Hintergrundwissen über das, was damals falsch lief - und die Protagonisten trotzdem genau diese Fehler machen zu lassen, hat für mich als Autorin einen großen Reiz“, erklärte sie ihren Zuhörern. Bereits in ihrer Kindheit kam sie mit dem Mythos des Ozeanriesen – wohl eher unbewusst – in Berührung. „Woher meine Faszination für die Titanic ganz genau rührt, ist für mich im Grunde ein Rätsel. Ich kann mich allerdings an die Zeichnung eines Schiffwracks erinnern, die ich in der zweiten Klasse anfertigen musste - darauf stand eingedeutscht ‚Britanik’! Woher ich jedoch als Siebenjährige wissen konnte, dass die ‚Titanic’ ein Schwesternschiff mit diesem Namen hatte, ist mir bis heut unklar“, erzählte Elisabeth Büchle: „Ich hatte schon lange den Wunsch, einen Roman über die ‚Titanic’ zu schreiben, zunächst fehlte mir dazu aber die zündende Grundidee“. Schließlich wollte Frau Büchle ihre Geschichte bewusst anders gestalten als es vor ihr unzählige Autoren mehr oder weniger erfolgreich getan haben. Zu den gelungenen Romanen über die Titanic zählt denn auch Erik Fosnes Hansens „Choral am Ende der Reise“ von 1990, in dem der Autor das Schicksal der Musiker des Titanic-Salonorchesters erzählt.

Als Elisabeth Büchle bei Recherchen im Internet schließlich herausfand, dass sowohl auf der ‚Titanic’ als auch auf der ‚Britannic’ eine Orgel der Freiburger Manufaktur Welte eingebaut wurde, kam sie endlich, die zündende Idee: Aus der Orgel wurde ein Selbstspielklavier und Elisabeth Büchle ließ ihren Titanic-Roman im Schwarzwald, eben in Freiburg, beginnen. Und anstelle der oft bemühten Erste- und Dritte-Klasse-Story nahm die Trossingerin vor allem die Hafenarbeiter, die Besatzung und die so oft vernachlässigte zweite Klasse - im wahrsten Sinne des Wortes - mit ins (Rettungs-) Boot. Fiktive Hauptfigur in ihrem über 440 Seiten starken Buch ist Richard, ein gebürtiger Trossinger und Klavierbauer, der im Auftrag der Firma M. Welte & Söhne eines jener einzigartigen selbstspielenden „Welte-Mignon-Pianos“ auf der Titanic einbauen soll, mit denen das Unternehmen Weltruhm erlangte und die bis heute zu bewundern sind – unter anderem im Trossinger Klavierhaus Hermann. Auf seiner Dienstreise begegnet Richard der bezaubernden, temperamentvollen und tiefgläubigen Norah. Die junge Frau stellt das Leben des „typisch deutschen“ Kunsthandwerkers gründlich auf den Kopf. Die Geschichte nimmt ihren Lauf…

Bereits in ihren früheren Romanen erscheinen Elisabeth Büchles Frauengestalten selbstbewusst und stark. Auch die Figur der Norah ist eine sehr starke aber auch sympathische Persönlichkeit. „Ich denke, dass in Frauen oftmals mehr steckt, als sie sich selbst zutrauen. Dies möchte ich mit Hilfe meiner Romanfiguren aus ihnen herauskitzeln“, so die Schriftstellerin. In ihrem Buch schildert sie aber auch das panische Verhalten der Menschen während der Katastrophe, von der die technikgläubige Welt am Vorabend des Ersten Weltkrieges tief erschüttert wurde. „Beim Schreiben des Buches hatte ich mich ja in Gedanken auf die Titanic begeben und den Untergang miterlebt“. Als Elisabeth Büchle dann von der aktuellen Katastrophe der „Costa Concordia“ erfuhr, war sie „sehr erschrocken und tief betroffen angesichts der Tragödien, die sich abgespielt haben müssen. Deshalb fühle ich tief mit den Überlebenden und mit den Angehörigen der Opfer mit“, so Elisabeth Büchle.

Um die Geschichte zu einem wirklich neuen und packenden Roman zu machen, hat die Autorin neben dem Klavierbauer selbstverständlich noch viele weitere Charaktere geschaffen. So taucht „wie in allen meinen Büchern“ auch hier ein „Bösewicht“ auf, deutete Elisabeth Büchle an. In ihrer Einführung und einem Anhang erläutert sie auch die historischen Hintergründe ausführlich, zwei Risszeichnungen der Titanic ergänzen die Ausführungen. Eine besonders schöne Geste: Quasi als Geleitwort hat die Trossinger Romancière ihrem Buch ein Gedicht der jungen Schuraer Poetin Hanna Dengler vorangestellt: „Glücksmomente“. Wer nun gespannt ist auf mehr, der sollte sich den „Klang des Pianos“ auf keinen Fall entgehen lassen…

INFO: Elisabeth Büchle: "Der Klang des Pianos". Gerth Medien 2012. ISBN 978-3-86591-663-1.Preis: 16.99 €
Verfasst für: Trossinger Zeitung/Schwäbische Zeitung. Foto: Alfred Thiele


Interview von Rainer Buck
März 2012

1.Im neuen Buch ist das Drama um die „Titanic“ gar nicht ganz so offensichtlich im Zentrum wie es der Umschlag erwarten ließe. Gab es da hinter den Kulissen Diskussionen.

Nein, Diskussionen blieben gänzlich aus. Das liegt zum einen daran, weil die Mitarbeiter von Gerth Medien von mir inzwischen „Unvorhersehbares“ gewohnt sind, zum anderen, weil der Verlag mir wirklich sehr viele Freiheiten diesbezüglich einräumt, was ich meine Protagonisten in den Romanen so alles anstellen lasse. Das Besondere an meinen Büchern ist ja, dass sie nicht immer nur mit dem Mainstream schwimmen.

2.Schon bei der Ankündigung des Buchs hab ich bewundert, dass da eine Spur gelegt wird aus deiner näheren Heimat zum Luxusliner „Titanic“. Darauf musste man erst einmal kommen - dass die Freiburger Firma Welte ein Klavier für die „Titanic“ lieferte. Wie findet frau einen solchen „link“ und wie checkst Du ab, ob sich dazu eine passende Geschichte ersinnen lässt?

Da die Idee, einen Roman rund um die Titanic zu schreiben schon vor längerer Zeit geboren wurde, - verknüpft mit dem Wunsch, diese Geschichte völlig anders zu erzählen, als es sie bereits gab, war ich immer wieder sporadisch auf der Suche nach einem genialen Ausgangspunkt.

Als deutsche Autorin suchte ich natürlich bevorzugt einen Aufhänger hier in Deutschland. Dass ich dann „zufällig“ über den Link mit der Britannic-Orgel in einem Museum nahe bei Basel stolperte und der Hersteller dieser Orgel aus Freiburg im Breisgau stammte, war absolut genial. Um einen dort arbeitenden Instrumentenbauer schließlich nach Belfast und auf die Titanic zu schicken, brauchte es als weitere Zutat nur ein wenig von meiner ausgeprägten Fantasie… und schon verselbständigte sich die Geschichte.


3.Ich habe den Eindruck, einem neuen Roman von Dir schlägt inzwischen schon eine Woge der Erwartungen entgegen. Nun bist Du eine routinierte Schreiberin, andererseits stellt sich die Frage, ob sich da auch hin und wieder die Furcht einstellt, den Erwartungen mit einem neuen Buch nicht zu entsprechen. Kennst Du solche Zweifel?

Ich kenne diese Zweifel gut. Sie sind immer da, von dem Augenblick an, wenn das Manuskript an die Lektorin geschickt wird (wie gerade heute wieder geschehen), bis die ersten positiven Leserstimmen eintreffen.
Weshalb das so ist, kann ich nicht einmal genau benennen. Vielleicht, weil das Herz einer Autorin doch ein bisschen an der Geschichte, an den Figuren hängt und – wie bei ihren Kindern – eigentlich nur „Gutes“ über sie hören möchte?
Natürlich kann keine Geschichte jeden Leser überzeugen, denn dafür sind wir Menschen mit zu unterschiedlichen Ansichten und Geschmack ausgestattet worden. Aber das ist gut so, sonst wäre das Leben schrecklich eintönig!
Der Druck bei „Der Klang des Pianos“ empfand ich jedoch als ausgesprochen hoch, war doch sein Vorgänger, der Goldsommer, ein Roman, der unheimlich gut ankam und sehr gelobt wurde.


4. Die ersten Reaktionen auf den neuen Roman klingen wieder ziemlich begeistert. Ist das der Punkt, an dem die Zweifel verstummen?

Ja, ab diesem Augenblick sind die zweifelnden Stimmen ganz, ganz leise geworden. Es ist einfach wunderschön, wenn Leser mir rückmelden, dass das Buch spannend, unterhaltsam und auch lehrreich sei. Und konstruktive Kritik ist ab jetzt durchaus auch willkommen!

5. Die meisten Deiner Leserinnen sind wohl bewusste Christinnen, aber Du man stößt inzwischen auch außerhalb der christlichen Szene auf Deinen Namen und Deine Buchtitel. Sogar die Nominierung für einen Buchpreis hast Du mit „Goldsommer“ erreicht. Erzählst Du über die Hintergründe?

Die Hintergründe sind recht schnell erklärt. Es gibt eine Autorenvereinigung, die sich DeLiA nennt. (Deutsche Liebesromanautoren/Autorinnen). Jedes Jahr kürt von dieser Vereinigung eine Jury aus vier Autoren/Autorinnen den schönsten Liebesroman im deutschsprachigen Bereich. Gerth Medien war so freundlich und hat den Goldsommer eingereicht. Dieser landete unter den 114 eingesandten Romanen prompt in der Finalrunde der letzten Zwölf. Die Aufregung war groß, als ich davon erfuhr! Und gleichgültig wie die Platzierungen im Mai bei der Galaveranstaltung der DeLiA-Liebesromantage auch ausgehen mögen, schon diese Nominierung ist für mich ein riesengroßer Erfolg!

6. in „Der Klang des Pianos“ sind Aussagen über den Glauben wieder geschickt mit der Handlung verwoben. Lassen Dich Deine Leser mitunter wissen, dass ihnen das wichtig ist?

Meine Leser/Innen melden mir recht häufig ihre Eindrücke und Empfindungen, die sie beim Lesen meiner Romane überfallen, was ich als ausgesprochen bereichernd erlebe. Gerade der Goldsommer muss viele Menschen sehr bewegt haben, und ich war sehr berührt, dass sich einige Frauen bei mir meldeten, die Ähnliches wie Amrei erleiden mussten. Meine Aufarbeitung dieses schrecklichen Geschehens muss sie sehr angesprochen haben und hilfreich für sie gewesen sein. Mit dieser Art von Rückmeldung kann auch keine 5-Sterne-Rezension mithalten! Dass ist es, was ich gerne möchte: Die Menschen in ihrem Alltag erreichen, ihnen einen kleinen Hinweis, eine kleine Hilfe an die Hand geben. Jetzt hoffe ich, dass mir das auch bei „Der Klang des Pianos“ gelungen ist.

7. Kann man mit Büchern die Welt verbessern?

Nein, diese Macht haben Bücher nicht. Allerdings denke ich, dass es einem Autor gelingen kann, über die Geschichte, die er erzählt, in das Leben einzelner Menschen einzugreifen, ihre eigene kleine Welt ein bisschen zu verändern. Rückmeldungen, die mich von Lesern erreichten, belegen das.
Wenn über Impulse, die ich in meine Romane einbaue, nachgedacht wird, habe ich mein Ziel erreicht. Die Welt darf dann gerne von jemand anderem gerettet werden! :o)