
Gerth Medien Buch des Jahres 2010
Das Mädchen aus Herrnhut:
Der Historiker Daniel Ritter ist fasziniert von einer Holzfigur, die ein junges Mädchen mit Umhang darstellt. Denn diese Figur gibt einige Rätsel auf.
Ihre Spur führt zurück bis ins Mittelalter und sie ist gesäumt von mysteriösen Todesfällen und seltsamen Verstrickungen. Was verbindet Luise, eine Frau, die im 18. Jahrhundert in der Herrnhuter Gemeinschaft lebte, mit der jungen, modernen Lehrerin Emma Fischer?
Daniel, der schon bald auch von Emma fasziniert ist, macht sich gemeinsam mit ihr an die Nachforschungen. Doch dann geraten beide in große Gefahr ...
Ein vielschichtiger Roman, der in das historische Herrnhut entführt.
Pressestimmen:
(Inge Frantzen)
Elisabeth Büchle schafft es immer wieder, zu Herzen gehende Geschichten zu erzählen, ohne dabei kitschig zu sein.Außerdem sind ihre Recherchen zum historischen Kontext ihrer Romane hervorragend. Eine wirklich empfehlenswerte und spannende Lektüre einer tollen Autorin.
(Buchhandlung Lesen & Leben, Wiesbaden)
Die neue Büchle hat uns richtig begeistert. Gut und spannend geschrieben, keine Längen, keine Langeweile, die Liebesgeschichte romantisch aber nicht zu schnulzig. Und dann der geschichtliche Spaziergang, wohl recherchiert, durch das historische Herrnhut.
(sound7.de)
„Ein sehr gut recherchierter Roman, in dem der Leser vor allem im ersten Teil einiges über das historische Herrnhut erfährt.“
(erf.at)
„Eine gelungene Mischung aus Krimi, Mittelalter- und Liebesroman.“
Pressestimmen/ Interviews:
Elisabeth Büchle: Das Mädchen aus Herrnhut
Die Autorin hat es wieder einmal geschafft, mit ihrem neuen Roman bei mir zu landen. Mit ihrem Bessarabienroman aus dem letzten Jahr hatte sie mich als Bessarabernachfahre ganz besonders beeindruckt. Ihr neuer Roman, der seit wenigen Wochen auf dem Buchmarkt ist, spielt in meinem geliebten Herrnhut, in jenem kleinen Ort im Dreiländereck, in dem ich die schönsten Stunden meiner Jugend verlebte.
Einzuordnen ist dieses Buch sehr schwer. Es ist eine gelungene Mischung aus Krimi, Mittelalter- und Liebesroman.
Luise ist im eiskalten Schneesturm zu Fuß auf dem Weg nach Herrnhut. Völlig entkräftet bricht sie am Wegesrand zusammen. Der Schnee bedeckt sie und ganz sicher wäre sie dort erfroren, aber Christian, der Kutscher des Grafen Zinzendorf, findet sie und bringt sie gemeinsam mit dem Gründer der Herrnhuter Brüdergemeine in Sicherheit. Der Graf nimmt Luise auf. Noch ahnt niemand etwas davon, in welcher Gefahr Luise schwebt. Was hat es mit der geschnitzten Holzfigur auf sich, die Luise so schmerzhaft vermisst? Christian der Kutscher verliebt sich in die inzwischen erblindete Luise. Die beiden heiraten und durchleben viele Schicksalsschläge.
Dann plötzlich aus heiterem Himmel beginnt Elisabeth Büchle eine Geschichte aus dem Jahre 2007 zu erzählen: Ein Bus voller Schüler und Lehrer rollt auf Herrnhut zu, um den Ort zu entdecken. Sehr schön wie die Autorin gemeinsam mit den Schülern für den Leser den Ort erkundet und beschreibt. Seiten vorher wurde der Leser bereits gemeinsam mit Luise in das alte Herrnhut eingeführt. So erlebt der Leser etwas von dem Herrnhut damals und heute. Sehr bald schon wird klar, was die Lehrerin Emma Fischer mit dem Mädchen Luise aus dem 18. Jahrhundert verbindet.
Wieder einmal sorgt die Autorin für ein schönes Leseerlebnis.
(Christian Döring für erf.at)
Elisabeth Büchle: Das Mädchen aus Herrnhut
Roman zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Winter 1731/32: Die junge Frau Luise muss die »Franckeschen Anstalten« in Halle, wo sie als aufgenommenes Findelkind aufwuchs und heute als Dienstmädchen arbeitet, wegen einer kleinen Ungeschicklichkeit verlassen. Da sie keine Familie mehr hat, macht sie sich auf den Weg nach Herrnhut, wo sie hofft aufgenommen zu werden. Sie schafft es bei Eis und Schnee tatsächlich bis in das von Graf Zinzendorf gegründete Herrnhut und wird dort zu Schwester Luise. Sie fühlt sich immer wohler in der von Liebe geprägten Glaubensgemeinschaft, findet eine Aufgabe, die sie ausfüllt, doch dann erleidet sie einen schweren Schicksalsschlag: Sie erblindet nach und nach – zu der damaligen Zeit ein schweres Los. In ihrer Verzweiflung nimmt sie den Heiratsantrag eines der Brüder an, den sie eigentlich gar nicht liebt. Nach und nach gewöhnt sie sich an ihre neue Rolle als Hausfrau, doch ihre Vergangenheit, an die sie sich nur bruchstückhaft erinnern kann, lässt ihr keine Ruhe. Auch ihrem Mann ist klar, dass es in der Vergangenheit seiner Frau ein Geheimnis gibt, das eng zusammenhängt mit einer Statue, die ein junges Mädchen darstellt. Die Ereignisse spitzen sich zu, als Luise entführt wird...
Gut 270 Jahre später macht die junge Emma Fischer, Lehrerin an den Zinzendorfschulen in Königsfeld, mit ihrer Klasse eine Exkursion nach Herrnhut. Dort trifft sie auf den Historiker Daniel Ritter, der Nachforschungen über eine Holzfigur anstellt, die ein junges Mädchen mit einem Umhang darstellt. Zusammen machen sie sich auf die Suche nach der Statue und dem Geheimnis, das sie umgibt. Dabei müssen sie feststellen, dass sie nicht die einzigen sind, die Interesse an der Figur haben, deren Spuren sich bis ins Mittelalter zurück verfolgen lassen. Ein geheimer Mönchsorden sowie mysteriöse Todesfälle sorgen bis zur letzten Seite für Spannung. Zudem stellt sich Emma die Frage, was sie mit Luise, der Frau aus dem 18. Jahrhundert, verbindet. Bald ist sie in großer Gefahr.
Insgesamt ein sehr gut recherchierter Roman, in dem der Leser vor allem im ersten Teil einiges über das historische Herrnhut erfährt.
Bewertung: 81 - 90 Herausragend: Alles stehen und liegen lassen! Kaufen! Lesen!
(Salome Mayer für sound7.deNeuer Büchle-Roman führt ins Historische Herrnhut
5.0 von 5 Sternen Unglaublich spannend, 17. Juni 2010
Von Vogelbeobachter
Rezension bezieht sich auf: Das Mädchen aus Herrnhut (Gebundene Ausgabe)
Ich war eigentlich auf einen typischen Historienroman eingestellt gewesen. Der erste Teil der Handlung spielt auch tatsächlich zur Zeit Zinzendorfs in Herrnhut und bringt was rüber vom Flair der frühen Tage der Brüdergemeine.
Der zweite Teil macht einen Sprung in die Gegenwart und ist ein spannender Thriller mit einem Hauch Mittelalter-Krimi.
Die Verflechtung der Zeitebenen wirkte zwar etwas konstruiert, aber dafür ist das Buch teilweise so atemberaubend spannend, dass man nicht lange darüber nachdenkt, wie realistisch diese Geschichte in ihrer Gesamtheit ist, zumal die einzelnen Settings immer sehr gut recherchiert und wirklichkeitsnah wirken.
Ein spannender Unterhaltungsroman.
von Rita Del'Agnese für Histo-Couch
Eine Ebenholz-Statue mit geheimnisvollen Zeichen in den Mantel geritzt steht im Mittelpunkt von Elisabeth Büchles neuem Roman Das Mädchen aus Herrnhut. Die Geschichte ist auf zwei Zeitebenen angesiedelt. Zunächst erzählt die Autorin von Luise, die nach einem Missgeschick von ihrem bisherigen Dienstherrn entlassen wird und in der noch jungen Gemeinschaft von Herrnhut eine neue Existenz aufbaut. Luises Leben wird aber nicht nur von der fortschreitenden Erblindung, sondern auch von einem düsteren Geheimnis überschattet. Denn die junge Frau kennt ihre Herkunft nicht, sieht sich aber unvermittelt von finsteren Kräften bedroht, die sie als Geheimnisträgerin ausgemacht haben. Nachdem Luises Aufenthalt in Herrnhut in einem tragischen Ereignis mündet, springt die Autorin vom 18. Ins 21. Jahrhundert zum Historiker Daniel und der Lehrerin Emma sowie deren Schülern Falk und Rahel. Sie alle geraten in Gefahr, nachdem Daniel auf der Suche nach der verschollenen Statue mit Emma und ihren Schülern in Kontakt kommt. Die Vertreter eines geheimen Ordens heften sich dabei ebenso auf die Spur der Vier, wie ein Konkurrent Daniels, der die Statue für sich haben möchte.
Um Schutz beten
Der Roman, dessen liebliches Cover nichts von der rasanten Verschwörungsstory verrät, beruht stark auf einer religiösen, protestantischen Basis. Das wird schnell klar, als Luise von der Religions-Gemeinschaft in Herrnhut aufgenommen wird. Hier fehlt eine etwas kritischere Distanz zur Gemeinschaft. Diese wird als unglaublich liebenswürdige und ohne jeden Misston lebende Gruppe geschildert. Es wird ein solch liebliches Bild gezeichnet, dass die Gemeinschaft alle Konturen verliert, was sich sehr nachteilig auf die Glaubwürdigkeit auswirkt. Doch während der religiöse Hintergrund im historischen Teil noch teilweise stimmig ist, wirkt er im modernen Teil sehr blauäugig, so etwa, wenn die Protagonisten in akuter Gefahr um Schutz beten oder alle Wendungen der Geschichte als Gottes Fingerzeig sehen. Es ist nicht so, dass die Religiosität grundsätzlich störend wäre, doch müsste der christliche Hintergrund des Romans zwingend auf dem Klappentext vermerkt sein, so dass die Leser von Beginn an wissen, was sie erwartet.
Alle Elemente enthalten
Mit Ausnahme einer stellenweise sehr einfachen Sprache, die der Geschichte nicht immer ganz gerecht wird, hat die Autorin alle Elemente, die man von einem Verschwörungs-Thriller erwartet, in ihren Roman eingebaut. Besonders im letzten Drittel nimmt die Geschichte gehörig Fahrt auf und kann mit ihren „großen Brüdern“, den klassischen Verschwörungs-Romanen, mühelos Schritt halten. Einziger Bruch in der Geschichte ist, dass es zunächst um die Statue selber geht, plötzlich aber ein damit verbundener Schatz in den Vordergrund rückt und so die Suche nach Wahrheit zur Schatzsuche mutiert. Das ist sehr schade, denn damit verliert der Roman etwas an Tiefe.
Gut und Böse
Elisabeth Büchle reiht ihre Figuren ganz klar in Gut und Böse ein. Alle Guten sind religiös – der aufgeweckte und intelligente Schüler Frank träumt beispielsweise von einer Ausbildung zum Theologen – alle anderen Mitwirkenden sind Böse. Graustufen sucht man vergeblich. Das ist letztlich auch einer der Hauptgründe, weshalb Das Mädchen aus Herrnhut nicht über ein Mittelmaß hinaus kommt.
Wer sich auf diesen Roman einlässt, muss entweder selber einen religiösen Hintergrund haben und diese Art des Romans bewusst suchen oder zumindest die Bereitschaft mitbringen, die Religiosität der Figuren als wichtigen Teil der Geschichte zu akzeptieren und das Verhalten der Protagonisten vor diesem Hintergrund sehen.
5.0 von 5 Sternen Ein fesselnder und spannender Roman..., 6. Januar 2011
Von Bärbel Kache-Lungwitz (Zell am Main) - Alle meine Rezensionen ansehenRezension bezieht sich auf: Das Mädchen aus Herrnhut (Gebundene Ausgabe)
Dieser Roman hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und in seinen Bann gezogen und ich möchte der Autorin Elisabeth Büchle ein großes Lob aussprechen, da ich voller Bewunderung für sie bin.
Erstmal vom spannenden Aufbau der Handlung, dann von ihrem reichhaltigen historischen Wissen und vor allem auch vom Schreibstil. Ich habe das Buch zwischen den Feiertagen ausgelesen und bin echt begeistert. Man merkt, dass die Autorin sehr intensiv und genau recherchiert und eine Fülle von Ereignissen miteinander verknüpft hat, so dass man immer neugierig auf die nächste Seite und den Fortgang der Handlung ist...und genau das macht eine gute Autorin in meinen Augen aus, dass sie den Leser fesseln kann, ihn mitnimmt in ihre Welt, ihn teilhaben läßt am Geschehen...und ganz genau das ist ihr wunderbar gelungen.
Es war das erste Buch, das ich von dieser Autorin gelesen habe, ich freue mich auf ihre anderen Werke und bin schon sehr gespannt darauf.
I. Koller 5,0 von 5 Sternen auf gerth.de
Elisabeth Büchle ist eine der besten christlichen Autoren. Sie schafft es, in ihren Büchern Krimi, Historik, Liebe und Glauben miteinander so zu verknüpfen, dass jedes ihrer fünf Bücher ein Genuß ist. Was gibt es Schöneres, als mit einem Büchle-Buch gemütlich im Bett zu liegen! Ich kann diese Romane nur wärmstens empfehlen und freue mich schon sehr auf ihr neues Buch im März: Goldsommer.
M. Lahnstein 5,0 von 5 Sternen auf gerth.de
Dieser Roman hat mir unheimlich gut gefallen und war an einigen Stellen so spannend, dass ich wie gebannt gelesen habe, weil ich unbedingt wissen musste, wie es weitergeht.
Der Roman ist in zwei Teile geteilt. Der erste Teil spielt um 1732, Luise ein Dienstmädchen in einem Hotel stößt aus Versehen mehrere Koffer eines Gastes um. Dabei verteilt sie auch den Inhalt ihrer Kiste, die sie dabei hatte, dazu. Der Gast, ein Baron, gibt sich nicht mit einer Entschuldigung zufrieden. Luise wird entlassen. Allein und ohne Mittel versucht Luise sich nach Herrnhut durchzuschlagen, da sie nicht weiß, wohin sie sonst gehen soll. Beinahe erfroren findet sie Christian, der Kutscher aus Herrnhut.
Nun wird es spannend. Eine Holzfigur, die ein junges Mädchen darstellt, spielt eine wichtige Rolle im weiteren Verlauf. Luise ist in Gefahr, ihre beste Freundin aus dem Hotel ist ermordet worden, kann Christian sie retten?
Der zweite Teil spielt in der heutigen Zeit. Der Historiker Daniel Ritter ist auf der Suche nach dieser Holzfigur. Die Lehrerin Emma Fischer wird mit hineingezogen und es stellt sich herraus, dass sie noch ganz andere Verbindungen zur Figur hat…
Der zweite Teil ist besonders spannend. Der Leser nimmt an einer Art Schatzsuche teil, dann wähnt man sich beinahe in einem Krimi, um dann in einer Liebesgeschichte zu landen. Elisabeth Büchle schreibt wunderbar unterhaltsam und ich freue mich darauf noch die anderen Romane von ihr zu lesen, ich habe schon alle da, auch das neueste Buch “Goldsommer ”
5.0 von 5 Sternen Spannung und Abenteuer pur, 9. Juni 2011
Von E. Kornelsen für amazon
Das Mädchen aus Herrnhut (Gebundene Ausgabe)
Ein Buch von Elisabeth Büchle ohne Spannung, Abenteuer und unerwarteten Wendungen gibt es nicht. Doch dieses Buch enthält eine besonders große Portion Aufregung, Spannung und Überraschungen.
Aufgeteilt in zwei Abschnitte, beginnt das Buch im 18. Jahrhundert im historischen Herrnhut. Gleich zu Anfang beginnt das Buch mit tragischen Ereignissen. Gegenstand vieler Geheimnisse ist eine Holzstatue, um die es viele Spekulationen gibt. Trotz vieler ungeklärter Ereignissen entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte der beiden Protagonisten. Mitten auf dem Höhepunkt der sich überschlagenden Ereignisse endet diese Geschichte scheinbar und die Autorin nimmt uns mit in die Gegenwart.
Obwohl es eine andere Zeit und andere Protagonisten sind, taucht die geheimnissvolle Statue wieder auf und mit ihr wieder Abenteur, Verwolgungjagden und Spannung pur. Die Autorin versteht es die Leser zu fesseln und in den Bann der Geschichte zu ziehen.
Ein ungewöhnliches Buch, das man gelesen haben muss.
Historienromane mit Thriller-Faktor
Elisabeth Büchle mag es spannend und romantisch
Rainer Buck für sound7.de
Das Genre »Historischer Roman« war in den letzten Jahren für Verlage eine einigermaßen sichere Anlage. Christlichen Autoren liefert das Genre einiges an reizvollen Stoffen, denn die Geschichte bietet Zeiten und Orte, in denen die christliche Kultur prägend war, oder faszinierende historische Persönlichkeiten. Es gab in den alten Zeiten noch so etwas wie eine Volksfrömmigkeit, sodass Autoren keine Klimmzüge machen müssen, um einen Roman mit gläubigem Personal zu bestücken. Ferner kommen historische Romane der christlichen Tugend entgegen, Bücher nicht nur zur Unterhaltung zu lesen, sondern auch etwas daraus zu lernen.
Elisabeth Büchles Metier ist bislang der historische Roman. Damit schaffte es die 1969 im württembergischen Trossingen geborene Altenpflegerin und Mutter von fünf Kindern als »Freizeitautorin« und Autodidaktin innerhalb weniger Jahre zu einer Schriftstellerin zu avancieren, deren Name zumindest in christlichen Kreisen schon Markenqualität besitzt. Elisabeth Büchle hat ein Genre gewählt, das Erfolgschancen bietet, das aber ohne schriftstellerische Tugenden (und Erzähltalent) nicht zu bewältigen ist: Ohne die Mühen der Recherche und gestalterische Disziplin geht es nicht.
Obwohl sie gerne in die »typische Frauen-Buch-Ecke« gedrängt wird und sie ihrem Verlag damit offensichtlich solide Verkaufszahlen beschert, fand SOUND7.DE-Autor Rainer Buck (kein bekennender Fan epischer Historenromane) Anknüpfungspunkte für ein Gespräch.
Ich war offen gestanden überrascht, dass sich dein letzter Roman »Das Mädchen von Herrnhut« im zweiten Teil als veritabler Thriller entpuppte. Ich habe gelesen, dass der Anstoß für diesen Roman angesichts des Zinzendorf-Jubiläumsjahres vom Verlag kam. Hast du dem Verlag da womöglich zusammen mit dem verlangten historischen Stoff einen insgeheim geplanten Krimi untergejubelt?
Untergeschoben? Nein! (lacht) Die Vorgabe hieß, etwas über den Grafen Zinzendorf zu schreiben, und da ich keine Romanbiografien verfasse, war dem Verlag durchaus klar, dass ich diese historische Person nur am Rande streifen würde. Mit meinem Sprung nach einem Drittel des Manuskriptes in das Jahr 2007 habe ich den Verlag vermutlich dennoch überrascht. Allerdings weniger mit der Thriller-Komponente. Wer meine Romane kennt, ist gewisse Verwicklungen, Spannung und den einen oder anderen Toten schon gewohnt. Allerdings geschieht dies in einem Rahmen, der weder reißerisch noch auf Effekthascherei aus ist. Der Wechsel in das Jahr 2007 hatte für mich zwei Gründe. Zum einen wollte ich nach vier historischen Romanen nicht zwingend in diese historische Ecke gedrängt werden, zum anderen konnte ich dadurch aufzeigen, was heute noch alles existiert, das damals im 18. Jahrhundert durch den Grafen Zinzendorf auf die Beine gestellt wurde.
Hast Du keine Angst, deine Stammleserinnen zu erschrecken?
Die Befürchtung regte sich tatsächlich in meinem Hinterkopf. Vor allem hatte ich da meine über 70-jährigen Leser und Leserinnen im Blick. Dennoch bekam ich von dieser Generation durchweg positive Rückmeldungen auf das Buch, wie übrigens auch von meinen ganz jungen Lesern! Ich weiß nur von einer Dame, die ein bisschen jünger als ich sein dürfte und nicht auf einen »Krimi« eingestellt war, dass ich sie wohl irritiert habe. Soweit ich weiß, hat sie es überlebt! Und wie ich schon sagte, leben meine Romane sowohl von der Romantik als auch von der Spannung. Ich bin bemüht, über das Leben zu schreiben und da gehören Krieg, Krankheit, Sterben und »böse Buben« dazu!
Kann es sein, dass man dich demnächst mal in einem völlig anderen literarischen Genre als dem historischen Roman erlebt?
(Lacht) Was hättest du denn gerne? Sagen wir es mal so: Das wird sicher nicht mein letzter Ausflug in die Gegenwart und in Richtung Thriller gewesen sein. Allein schon, da Leser eine Fortsetzung des Herrnhut-Buches fordern - vor allem wegen des »jugendlichen Detektivs« Falk! Kinder- oder Jugendbucher zu veröffentlichen, könnte ich mir ebenfalls vorstellen, aber dann hört es auch schon auf. Science-Fiction zum Beispiel mag ich gar nicht, und auf irgendwelche Zauberer-Vampir-Hexen-Einhorn-Manien mag ich auch nicht eingehen. Darüber zu schreiben überlasse ich gerne anderen Autoren.
Was macht für dich einen guten Roman aus? Wie definierst du deinen eigenen literarischen Anspruch?
Ich mag Romane, die von der Geschichte her nachvollziehbar und stimmig sind, kann aber auch mal ein Auge zudrücken, wenn es da ein bisschen holpert. Denn immerhin ist es ja »nur« ein Roman. Die historischen, politischen und sozialen Daten habe ich gerne so korrekt wie möglich. Spannung und Action sollten ausreichend vorhanden sein, da verzichte ich lieber auf zu viel Psychologie oder ausufernde sexuelle und brutale Details. Nicht leiden kann ich es, wenn Romane in einer »grauen Welt« ablaufen. Geht eine Person von A nach B, möchte ich gerne wissen, ob es dort Gras und Bäume hat, ob es regnet oder die Sonne scheint und so weiter. Gut finde ich, wenn Menschen sich innerhalb der Geschichte entwickeln, verändern oder aber genau so bleiben wie sie sind, gleichgültig, welcher widerwärtige Wind ihnen um die Ohren pfeift. Schwammige 08/15 Hauptfiguren sind, so finde ich, langweilig. Das setzt aber auch voraus, dass man die Protagonisten »kennenlernen« kann. Ihre Eigenheiten, ihre Schwächen, ihre Stärken sollten sich möglichst schon sehr bald herauskristallisieren.
Inwiefern bringst du bewusst christliche Inhalte in deinen Romanen unter? Wie entgehst du der Gefahr, dass christliche Botschaften aufgesetzt wirken könnten?
Der Glaube an Gott ist ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens. Er hat mir meine Fantasie geschenkt und deshalb ist es für mich nur natürlich, dass meine Romanfiguren sich ebenfalls an ihm orientieren. An Gott kommen wir alle - früher oder später - nicht vorbei. Allerdings möchte ich meine Leserinnen und Leser nicht mit dem viel zitierten Holzhammer überfallen. Deshalb bemühe ich mich, das Glaubensleben der Protagonisten so »natürlich« wie möglich zu gestalten. Stellenweise »vergessen« sie Gott. Manches Mal brauchen sie - wie auch wir - jemanden, der sie mal wieder in die richtige Richtung schubst, ihnen deutlich die Meinung sagt oder einfach nur für sie betet. Gelegentlich können sie an einem wunderschönen Platz sitzen, etwas Bezauberndes ansehen und sich über die Schöpfung Gottes freuen. Das tue ich oft und sage dann wie meine erdachten Figuren einfach nur: Danke.
Wirst du außerhalb der christlichen Welt als Autorin wahrgenommen?
Außerhalb der christlichen Szene werde ich nur in sehr eingeschränktem Maße wahrgenommen. Hier im Umkreis meines Wohnortes selbstverständlich mehr als anderswo. Das mag daran liegen, dass die christlichen Verlage einfach »kleinere« Vertriebshäuser sind und dementsprechend weniger Werbung schalten als große Verlage und nach außen hin nicht so präsent sind. Und dabei brauchen sie sich, was die Qualität der verlegten Bücher und die Kompetenz ihrer Mitarbeiter anbelangt, keinesfalls zu verstecken! Zudem ist der christliche Markt in Deutschland ohnehin ein sehr kleiner, im Gegensatz zu dem in den USA zum Beispiel. Dort kannst du jedes christliche Buch in einem normalen Supermarkt kaufen. Und sie werden gekauft, ohne dass die Leser anschließend erschrocken oder despektierlich rückmelden, dass es in dem Buch ja auch um Jesus geht.
Fändest du im säkularen Bereich gerne mehr Beachtung?
Da sage ich ein ganz unverblümtes Ja, das würde mir gefallen - und zwar aus zwei Gründen. Zum einen, weil ich gerne soweit kommen möchte, meine Familie durch mein Schreiben ernähren zu können, und zum anderen, weil ich hoffe, durch meine Romane die Menschen zum Nachdenken anregen zu können. Über ihr Tun, ihr Leben, ihren Glauben.
Was ließe sich für den Sprung auf den großen Markt tun?
Das ist eine schwere Frage. Ich für mich kann da fast gar nichts tun. Um einen großen Skandal zu initiieren, nur um mal in die Schlagzeilen zu kommen, bin ich nicht der Typ! (lacht) Und inwieweit ein Verlag sich mit Werbung und Öffentlichkeitsarbeit aus dem Fenster lehnen kann, vor allem auch finanziell, kann ich nicht beantworten. Vorstellen könnte ich mir, dass sich Vertreter bewusst in nicht christlichen Buchhandlungen vorstellen. Oder dass mehr und anders für die Bücher geworben wird. Ich dachte schon, ob größere Veranstaltungen, Buchpreisverleihungen innerhalb der christlichen Szene oder ähnliches mehr Medieninteresse auf sich ziehen würden? Aber wie gesagt, das sind Dinge, die von den Verlagen ausgehen und die ich weder einschätzen noch beeinflussen kann.
Du hast in den letzten Jahren jedes Jahr mindestens einen umfangreichen Roman veröffentlicht. Ist da Schreiben noch Muse oder wird es manchmal zur Pflichterfüllung?
Schreiben ist ein Hobby. Es macht Spaß, lenkt mich ab, lässt mich Begebenheiten und Erfahrungen verarbeiten, ist ein Lernfeld und oft wie Urlaub! Arbeit wird es dann, wenn das überarbeitete Manuskript vom Lektorat zurückkommt und in ein passendes, ansprechendes, alle zufriedenstellendes Format gebracht werden muss. Das ist nicht immer einfach, da ich eine - wie gehe ich denn jetzt schonend mit mir um ... (grinst) - einerseits chaotische, andererseits sehr perfektionistische Schreiberin bin. Ein Widerspruch in sich, ich weiß, aber so bin ich nun mal! Das Ergebnis passt dann, und das ist doch das Wichtigste! Ein fertiges Buch zum ersten Mal in den Händen zu halten ist dann durchaus wieder Muse!
Musiker ernten ja das direkteste Feedback für ihre künstlerische Arbeit bei Konzerten. Wie erfährt eine Autorin, ob das, was sie schreibt, die Menschen bewegt?
Ich bekomme viele Mails und Briefe, dazu Rückmeldungen über Facebook. Zudem habe ich eine Homepage mit einem integrierten Blog, über den auch Feedbacks eintreffen. Inzwischen mag ich es, auf Lesungen zu gehen, um dort mit dem Publikum zu kommunizieren und ihre Meinungen, Anregungen und Vorschläge entgegen zu nehmen. Das ist meist sehr hilfreich und ermutigend, tatsächlich auch weiter zu schreiben. Bei der einen oder anderen Veranstaltung entstanden bereits bereichernde Kontakte. Ich freue mich auch über jede Rezension auf den verschiedenen Literatur-Internetseiten, die es so gibt. Die Leser sind dort sehr ehrlich und deshalb ist für mich diese Kritik enorm wichtig und konstruktiv. Allerdings muss man als Autorin natürlich im Blick haben, dass die Geschmäcker der Leserschaft einfach sehr unterschiedlich sind. Aber sonst wäre die Literatur - wie auch das Leben - ja langweilig!
Fühlst du dich als christliche Autorin auch irgendwo als Teil einer Art »Community«, vergleichbar der »christlichen Musikszene«, oder bist du da mehr eine Einzelkämpferin auf deinem Gebiet?
Bei Begriffen wie »Szene« oder »Community« müßte man wohl nach verbindenden Zielen und Hintergründen, Kontakten und gemeinsamer Außenwirkung fragen. In der Praxis fühle ich mich schon mehr als eine Einzelkämpferin. Kontakte zu anderen Autoren oder Verlagen gibt es eigentlich nicht, was ich sehr bedauere. Meine Lesungen organisiere ich selbst, und auch den Werbeflyer, den ich gerne verteile oder auslege, hat mein Mann entworfen. Dass in diesem Bereich nicht mehr Verknüpfungspunkte bestehen, lässt sich vielleicht damit erklären, dass die Sparte nun mal sehr klein ist. Was aber auch eine Chance sein könnte, einmal etwas in diese Richtung zu beginnen?!
Was wird es als Nächstes von dir zu Lesen geben?
Sehr präzise kann ich die Frage nicht beantworten. Einerseits, weil ich natürlich nicht zu viel vorneweg verraten möchte, andererseits, weil gerade zwei Manuskripte im Verlag liegen und ein drittes in diesen Tagen fertig geworden ist. Bei einem Manuskript liegt der Handlungsort im Schwarzwald, die beiden anderen beginnen in Deutschland, spielen dann aber in anderen Ländern weiter, wobei eines davon wieder im Schwarzwald endet. Mehr Infos über die gerade entstehenden Manuskripte gibt es übrigens in unregelmäßigen Abständen auf meinem Blog oder bei Facebook. Welches dieser drei Manuskripte nun zuerst veröffentlicht werden wird, ist noch unklar.
Vielen Dank für das Gespräch!
• Kommentare
Lise
• ich bin auch beim 2. Buch von Elisabeth Büchle, aber ich werde die anderen auch noch lesen, so toll geschrieben !!!!!!!!!!!!!!! Ich kann fast nicht aufhören zu lesen. Ich lebe richtig mit und fiebere mit wie es weitergeht :-) die Miscung zwischen Romantik und Spannung gefällt mir sehr gut
K. Ochel
• Ich kann nur immer wieder sagen, ich bin begeistert von Elisabeth Büchles Büchern!!! Bisher hab ich nur 2 gelesen, aber diese wurden verschlungen und raubten mir so manche Nachtstunden ;-) Faszinierend finde ich zum einen den fesselnden Schreibstil, die spannenden (und nicht an den Haaren herbeigezogenen) Erzählungen, die interessanten Figuren, in deren Lage man sich teilweise richtig hineinversetzen kann und last but not least die ausgeschmückten und detailgetreuen Beschreibungen der zum großen Teil wunderschönen Landschaften und Begebenheiten, so dass man meint, man säße mittendrin....
Ausserdem bin ich dieser Lesetyp, der ein Buch anfängt zu lesen und es nur dann weiterliest, wenn es einen wirklich von der ersten Seite auch packt - bei mir muss es spannend bleiben - und das trifft auf jeden Fall auf diese Bücher zu - ich bin gespannt auf die Neuerscheinungen und hoffe, es dauert nicht mehr allzulange ;-)
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Neuer Büchle-Roman führt ins Historische Herrnhut Von Ingrid Kohler Trossinger Zeitung
Trossingen - Ihrem Markenzeichen, romantische Liebesgeschichten, eingebettet in gründlich recherchierte historische Zusammenhänge, ist die Autorin auch in ihrem fünfen Roman treu geblieben. Elisabeth Büchle hat in einer Lesung in den Räumen der Gemeinde Gottes in Trossingen ihr noch druckfrisches Werk „Das Mädchen aus Herrnhut“, stimmig umrahmt mit Klassischer Musik mit Geige und Klavier, vorgestellt.
„Die Grundidee für diesen Roman kam dieses mal vom Gerth-Verlag – im Jahr 2010 jährt sich der Todestag von Nikolaus Graf von Zinzendorf zum 250. Mal. So führt Teil 1 des Romans zurück in die Zeit von 1731/32, in eben die Zeit des Grafen von Zinzendorf, dem Erfinder der Herrnhuter Losungen, und Begründer der Herrnhuter Missionshilfe, die noch heute in 17 Ländern auf vier Kontinenten vertreten ist, und der seiner damaligen Zeit weit voraus war“, führte die Autorin in die Lesung ein
Elisabeth Büchle macht in diesem Roman aber erstmals auch einen Sprung in die heutige Zeit, ins Jahr 2007 und zeigt damit das Herrnhut im 21. Jahrhundert auf. Dieser Teil ist füllt etwas zwei Drittel knapp 400-Seiten dicken Romans. Dass sie damit einen „Volltreffer“ bei den Teens gelandet hat, hätten erste Reaktionen von jungen Lesern gezeigt, war von der Autorin zu erfahren.
Elisabeth Büchle hat wie immer tief recherchiert, ist im Februar 2009 nach Herrnhut, dem geschichtsträchtigen Ort in der Oberlausitz – an der Grenze zu Polen und Tschechien – gefahren, bindet aber ebenso die Schüler des Gymnasiums der Zinzendorfschule in Königsfeld im Schwarzwald mit in das Geschehen ein. „Wie in jedem bisherigen Roman habe ich auch im „Mädchen aus Herrnhut“ ein verstecktes Thema eingebaut“, erzählt Elisabeth Büchle „es ist der Umgang mit Leid, das Buch soll auch Mut machen, so wie die Personen im Roman, neue Schritte zu wagen“. Die Verfasserin hat einige Geheimnisse ins Buch verwoben „absichtlich“, sagt sie „es soll ja eine Liebesgeschichte mit Spannungselementen sein“.
Elisabeth Büchle liest aus einigen Kapiteln ihrer zu Herzen gehenden Geschichte, die keineswegs kitschig wirkt und die zahlreichen Zuhörer mitreißt, ja auch betroffen macht, als die schmerzlichen Lebensweg der jungen Luise folgen, die nicht mal ihren Namen kennt. Sie wurde als Findelkind in den „Frankeschen Anstalten“ aufgenommen und musste wegen angeblichem Fehlverhalten als 16-jährige diese widerspruchslos verlassen und ging nach Herrnhut.
Der Zeitsprung ins Jahr 2007 zeigt den Historiker Daniel Ritter, der fasziniert ist von einer Holzfigur, die ein junges Mädchen mit Umhang darstellt. Diese Figur gibt Rätsel auf, und die Spur führt zurück bis ins Mittelalter und ist gesäumt von mysteriösen Todesfällen und einer Menge seltsamer Verstrickungen: Was verbindet Luise, eine Frau, die im 18. Jahrhundert in der Herrnhuter Gemeinschaft lebte, mit der jungen modernen Lehrerin Emma Fischer? Daniel ist schon bald von Emma fasziniert und macht sich gemeinsam mit ihr an die Nachforschungen: Beim Brand in alten Forsthaus im 18. Jahrhundert, bei dem die inzwischen blinde und hilfslose Luise angeblich ums Leben kam, kam auch ein Mann ums Leben, aber wer war dieser Mann, war es ein Mönch? Daniel und Emma lassen bei ihren Recherchen nichts unversucht, geraten dabei aber selbst in große Gefahr. „Das Mädchen von Herrnhut“ – eine spannender Roman zum Zinzendorfjahr 2010.
Aus dem Schul- und Internatsleben Zinzendorfschulen Königsfeld April 2010
Elisabeth Büchle liest an den Zinzendorfschulen
Neuer Roman der Trossinger Autorin hat engen Bezug zur Brüdergemeine
Wenn ein Roman schon „Das Mädchen aus Herrnhut“ heißt, gibt es eigentlich in der ganzen Region keinen besseren Ort für eine Lesung als den Kleinen Kirchensaal in Königsfeld. Und genau dorthin haben Sr. Agel und Sr. Lütkebohmert-Schilling für die angehenden Erzieherinnen und Erzieher des zweijährigen Berufskollegs für Sozialpädagogik die Trossinger Autorin eingeladen.
Elisabeth Büchle las in einer Doppelstunde spannende Passagen aus ihrem teils historischem Roman, der in zwei Handlungsebenen spielt. Die eine Handlung spielt zur Zeit des Grafen Zinzendorf, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 250. Mal jährt, die andere spielt im Hier und Jetzt. Viele historische Orte werden genannt, aber „nicht alles, was vorkommt, ist echt“, warnte Büchle ihre Zuhörerinnen und Zuhörer.
Der Anstoß für diesen Roman hatte ihr Verlag gegeben, erklärte die gelernte Bürokauffrau und Altenpflegerin, die zuvor schon mehrere historische Romane verfasst hatte. „Die schlugen mir vor, ein Buch zu schreiben, in dem Graf Zinzendorf vorkommt.“ Der Namensgeber des Königsfelder Schulwerks hat auch einen kleinen Gastauftritt in dem Krimi, der im Jahr 1732 beginnt.
Bei den Recherchen hat Elisabeth Büchle ein interessantes Detail gefunden, mit dem sie die Geschichte ihrer Protagonistin mit der des Grafen Zinzendorf gut verknüpfen konnte. „Er war nämlich kurzsichtig“, verriet sie den angehenden Erzieherinnen und Erziehern. „Dieses Detail seiner Biographie interessiert vermutlich sonst niemanden, aber ich konnte es in meinem Roman gut verwerten.“ Ihre Heldin Luise teilt nämlich dieses Schicksal mit dem Grafen, Erdmuthe Dorothea Gräfin von Zinzendorf die Symptome der Krankheit erkennt.
Die zweite Handlungsebene spielt im Jahr 2007. In Herrnhut ist gerade eine Schülergruppe der Königsfelder Zinzendorfschulen zu Besuch. Richtig hellhörig wurden die Zuhörerinnen und Zuhörer der Lesung, als der Name der Lehrerin, die im Roman vorkommt, genannt wurde: Sie hießt Fischer – genau wie der reale Schulpfarrer. Kein Stutzen gab es dagegen, dass sie mit „Schwester“ angeredet wurde und einen Historiker, der ihr über den Weg läuft, „Bruder“ nennt. „Daran merke ich gleich, wo ich lese“, sagte die Autorin.
„Ich bin begeistert, hier lesen zu dürfen“, hatte Elisabeth Büchle schon zu Beginn der Lesung gesagt. Auch entschuldigte sie sich bei ihrem jugendlichen Publikum, dass sie ihnen im Roman auch noch das Fach italienisch aufgeladen habe – „es passte aber so gut.“
Im Anschluss an die Lesung erklärte sie den angehenden Erzieherinnen und Erziehern noch den Weg vom Manuskript zum fertigen Buch. Was sie selbst denn so liest, wollten die Schüler schließlich noch von ihr wissen und erfuhren, dass die Thriller von Dan Brown und die Krimis von Henning Mankell auf der persönlichen Lieblingsliste von Elisabeth Büchle stehen.
Brückenschlag vom 18. Jahrhunder ins Jetzt
Gute Autorin und exzellente Erzählerin: Elisabeth Büchle liest aus ihrem fünften Roman vor.
Von Hans-Dieter Wagner
Oberndorf, Mai 2010
Dass sie nicht nur eine hervorragende und anerkannte Autorin, sondern auch eine exzellente Erzählerin und Vorleserin ist, bewies Elisabeth Büchle am Freitagabend im stimmungsvoll mit Kerzen und Blumen dekorierten Saal der Freien evangelischen Gemeinde.
Schon als Kind sei sie oft mit ihrer regen Fantasie, bei der sie manchmal die Grenze zwischen Traum und Wirklichkeit nicht erkannt habe, angeeckt, erzählte die Schriftstellerin. Bereits in der zweiten Klasse habe sie sich das zunutze gemacht und stapelweise Schulhefte mit selbst erdachten Geschichten gefüllt. Ihr Mann habe sie schließlich ermuntert, einige Geschichten an einen Verlag zu schicken, der prompt reagiert habe, so dass bereits 2006 ihr erste Buch „Im Herzen die Freiheit“ erschien.
Mit „Das Mädchen aus Herrnhut“ stellte Elisabeth Büchle zahlreichen Zuhörern ihren fünften Roman vor. Für die Mischung aus Krimi, Mittelalter- und Liebesroman fand sie ein dankbares Publikum, das nicht nur vom Inhalt des Romans, sonder auch von der Ausdrucksstärke der Autorin fasziniert war.
Die Zuhörer konnten sich die Personen des Romans fast bildhaft vorstellen, und Büchle gelang es sogar, das Publikum zum Frösteln zu bringen, als sie erzählte, wie die Protagonistin Luise nach der Entlassung aus ihrer Stellung in die kalte, eisige Nacht hinaus geht. Die Geschichte hat zwei Teile. Sie beginnt anno 1732, findet ihre Fortsetzung im Jahr 2007 und stellt sich die Frage, was Luise, die im 18. Jahrhundert in der Herrnhuter Gemeinschaft lebte, mit der modernen Lehrerin Emma Fischer verbindet. Die Verfasserin behielt das Geheimnis für sich.
Dem vorwiegend weiblichen Publikum stand Elisabeth Büchle im Anschluss an die Lesung noch lange Rede und Antwort.
Spannender Literatur-Abend Autorenlesung weckt Lust auf historische Romane Oberndorf.
Mit einer spannenden und guten Lektüre kann auch eine lange Schlechtwetterphase im Frühling besser überstanden werden, denn „Ein Buch ist wie ein Garten, den man in der Tasche trägt.“
Mit verschiedenen Zitaten begrüßte Andrea Jaburg in der Freien FEG die Autorin Elisabeth Büchle zu einer Lesung.
Frau Büchle versetzte die interessierten Zuhörer in Spannung, als sie mehrere Passagen aus ihrem neuesten historischen Roman „Das Mädchen aus Herrnhut“ vorlas. Es gelang ihr meisterhaft, zwei zeitlich und kulturell verschiedene Epochen durch eine lebendige Rahmenhandlung miteinander zu verbinden.
Die Spur führt den Leser zunächst in das historische und pietistische Herrnhut, welches in der sächsischen Oberlausitz 1722 von Graf von Zinzendorf gegründet wurde, dessen 250 Todestag dieses Jahr gefeiert wird.
Die Schlüsselfigur Luise, ein junges Mädchen aus dem 18. Jahrhundert mit rätselhafter Vergangenheit, wächst in der damaligen Herrnhuter Gemeinde auf, wo sie später erblindet, aber auch in der herzlichen Gemeinschaft eine Heimat findet. Verschiedene seltsame Ereignisse spitzen sich zu, und als sich die blinde Luise eines Tages mitten in durchwühlten Räumlichkeiten der Gemeinde einem fremden Eindringling hilflos ausgeliefert fühlt, erfuhren die Zuhörer von Frau Büchle nicht, wie Luise dieser Situation entkommt, sondern werden in das Jahr 2007 versetzt, wo sich Personen und Ereignisse auf rätselhafte Weise mit der Vergangenheit verbinden.
Als der Historiker Daniel nämlich einer Holzfigur nachspürt, die zu einem Schatz führen soll, kommt es zu einer Entführung, die ihn und eine weitere Frau in große Gefahr bringen. Der Schluss blieb bei der Autorenlesung offen, aber Neugierige können selbst in dem Roman weiterlesen, wie die Geschichte ausgeht. Durch genaue geschichtliche Recherchen, Lesen mehrerer Biographien und Besuche historischer Orte, eignete sich Elisabeth Büchle das Hintergrundwissen ihrer Romane an.
Die spannende Rahmenhandlung verdankt sie ihrer Phantasie, mit der sie schon als Kind reichlich ausgestattet war. Schreiben war schon bald zu einer Leidenschaft für sie geworden, aber erst 1997 begann sie wieder gezielt zu schreiben, und 2006 erschien ihr erster Roman. Die Mutter von fünf Kindern, die heute mit ihrem Mann im süddeutschen Raum lebt, bringt seither jedes Jahr ein oder zwei Romane heraus. Weitere Bücher von Elisabeth Büchle, die immer einen geschichtlichen Hintergrund mit einer spannenden (Kriminal-)geschichte, warmer Herzlichkeit und christlicher Glaubensüberzeugung verbindet, sind: „Im Herzen die Freiheit“, „Sehnsucht nach der fernen Heimat“, „Wohin der Wind uns trägt“ u.a.m.
Im Anschluss an die Autorenlesung konnten nicht nur Bücher erworben, sondern auch historische Aufnahmen er Orte und Gegenstände aus dem Kontext der Romane betrachtet und der Austausch unter den Zuhörern bei Snacks und Getränke gepflegt werden.